F1 Spa: Hamilton verkürzt!

Lewis Hamilton gewinnt seinen 58. Grand Prix und verkürzt den Rückstand auf Sebastian Vettel. Der Heppenheimer verlängert bei Ferrari bis 2020, kann aber gegen Hamiltons Speed nichts ausrichten. Dritter wird Daniel Ricciardo. Teamkollege Max Verstappen fällt wieder aus und ist stinksauer!

Der Große Preis von Belgien war ein bemerkenswertes Rennen. Bereits am Samstag schrieb Lewis Hamilton Geschichte und stellte mit seiner 68. Pole Position die Rekordmarke von Michael Schumacher ein. Auf dem zweiten Startplatz lauerte Sebastian Vettel auf seine Chance, die am gestrigen Sonntag geich zweimal auf ihn wartete. Im Windschattenduell hatte der Ferrari gegen den Silberpfeil aber keinen Vorteil. Am Start wie auch beim Restart kam Vettel nicht an Hamilton vorbei. Trotz der Niederlage reifte bei Vettel eine Erkenntnis. „Das Wichtigste ist, dass wir das Auto deutlich verbessert haben. Ich denke, wir müssen uns vor keiner Strecke mehr fürchten, die dieses Jahr noch kommt“, sagte Vettel nach dem Rennen. Teamkollege Kimi Räikkönen konnte mit dieser Aussage wenig anfangen. Der Finne fuhr mit Volldampf durch eine Gelbzone und wurde mit einer 10 Sekunden Stopp&Go bestraft.

Überhaupt war das Rennen in Spa keines für die zweiten Männer in den Teams. Während Hamilton zum Sieg raste, musste sich Valtteri Bottas mit dem fünften Rang zufrieden geben. Der Finne ging zwar vom dritten Startplatz ins Rennen und kämpfte bis zur Safety Car Phase gut mit. Danach war Bottas mit weichen Reifen auf verlorenem Posten. Beim Restart kämpfte Bottas mit mangelnder Traktion und wurde durchgereicht. Ein schwieriges Rennen für den Finnen. Für Max Verstappen kam es aber noch schlimmer. Der Red Bull Junior schied bereits in der achten Runde mit einem techischen Defekt aus und übte danach heftige Kritik an seinem Team. „Bei einem Topteam dürfen solche Sachen nicht passieren“, sagte der Niederländer: „Am Anfang der Saison kann man noch sagen, dass es Pech ist. Aber jetzt ist es kein Pech mehr. Es ist einfach schlecht!“ Verstappens sechster Ausfall im zwölften Rennen war auf einen fehlerhaften Sensor im vierten Zylinder des Renault V6 Motors zurückzuführen. Auch für die zahlreich angereisten Fans eine Enttäuschung. Von den rund 100.000 Zuschauern waren mehr als 80.000 aus den Niederlanden angereist. Da kann man Verstappens Unmut verstehen, dem nach Vettels Vertragsverlängerung mit Ferrari nun auch ein wenig die Optionen ausgehen. Bei Ferrari würde frühestens zur Saison 2019 ein Platz frei. Mercedes verhandelt bereits mit Valtteri Bottas. Hamilton hat einen Vertrag bis Ende 2018. Kein Wunder also, das Red Bull Motorsportberater Dr. Helmut Marko überzeugt ist, das sich Verstappen wieder beruhigt. „Wir sind doch das Beste, was übrig bleibt“, sagte er nach dem Rennen bei Sky.

Für Lewis Hamilton wurde Belgien zum Triumph. Der Brite hatte jedoch auch das Glück auf seiner Seite. Bei dem in der zwölften Runde aufgezogenen Soft-Reifensatz kam es zu einer leichten Blasenbildung. Mit dem Safety Car konnte Mercedes die Reifen ohne Platzverlust wechseln. Die Boxencrew zog Lewis erneut einen Soft-Satz auf, weil… „Wir hatten keinen frischen Satz UltraSoft-Reifen mehr übrig und das Team am Kommandostand wusste, dass die weichen Reifen die bessere Wahl für den Stint sein würden – wenn wir die Position in den ersten Runden nach dem Re-Start verteidigen können“, sagte Teamchef Toto Wolff. Auch Vettel wechselte zu diesem Zeitpunkt und suchte seine Chance im Restart. Doch Hamilton wehrte das Manöver in der Eau Rouge clever ab und gab erst in der Senke Vollgas. Vettel musste zu früh aus dem Windschatten und verlor das Duell. Mit ein Grund war aber auch die Hybridleistung im Silberpfeil. Hamilton nutzte einen Einstellungsmodus, der auf der Bergaufgeraden Zusatzpower freigab. Vettel ging dabei sprichwörtlich der Saft aus.

Esteban Ocon und Sergio Perez sorgten in Spa für den Crash des Tages. Die beiden Force India Piloten gerieten bereits am Start aneinander, übertrieben es in Runde 29 aber endgültig. Ocon griff nach seinem Teamkollegen, die Boliden berührten sich, Teile flogen und Perez schied aus. Ocon rettete seinem Team noch zwei Punkte und twitterte „Perez wollte mich zweimal umbringen. Das ist ihm zum Glück nicht gelungen!“ Zwischen den beiden hängst der Haussegen wohl endgültig schief. Frustrierend war auch das Rennerlebnis von Fernando Alonso. In Runde 26 stellte der Spanier seinen McLaren ohne offensichtlichen Defekt in der Box ab. Alonso hatte einfach keine Lust mehr, mit dem schwachbrüstigen Auto im Kreis herumzufahren!

Bereits am kommenden Wochenende gastiert die Formel 1 in Monza. Das Rennen auf dem High Speed Kurs wird eine neue Standortbestimmung für Mercedes, Ferrari und für Fernando Alonso.

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