Macao Grand Prix: Nichts für Langschläfer!

Zwei Großereignisse, eigentlich sind es sogar drei! Ausgetragen auf einem archaischen Stadtkurs, der seinesgleichen sucht! Einmal im Jahr zählen im Spielerparadies vor den Toren Hongkongs Pferdestärken mehr als jeder Jeton. Der 63. Macao Grand Prix steht vor der Tür und er ist nichts für Langschläfer!

jprice_macaugp16-2325Wer die Action auf dem 6,115 Meter langen Giua-Circuit auf keinen Fall verpassen will, der sollte sich vielleicht einen Wecker stellen. Bereits am frühen Samstagmorgen startet das Spektakel aus Tourenwagen, GT-Sport und dem lange umstrittenen Formel 3 Grand Prix. Die Hatz im Leitplankenkanal von Macao verspricht jede Menge Spannung, insbesondere für die jungen Stars der Formel 3. Reifenlieferant Yokohama hat sich verabschiedet. Die Piloten müssen sich umstellen. In diesem Jahr stellt Pirelli den F3-Teams insgesamt fünf Reifensätze zur Verfügung. 29 Teams haben sich für das weltweite Highlight der Formel 3 Szene eingeschrieben, darunter sind alle Stars. Felix Rosenqvist, Daniel Juncadella und Antonio Felix da Costa sind zwar inzwischen der Formel 3 entgewachsen, für das Prestigerennen steigen die Herren aber gerne wieder in den Einbaum. Antonio Felix da Costa lieferte bereits eine erste Duftmarke und holte sich die Pole für das Rennen am Samstag. Felix Rosenqvist, immerhin zweimaliger Macao-Sieger, will natürlich noch mehr. Der Schwede im Dallara-Mercedes des Teams Theodore Racing by Prema zielt auf das Hauptrennen am Sonntag, um sich das Macao-Triple zu sichern. Mit einem Sieg wäre Rosenqvist der erste F3-Pilot, der den Macao Grand Prix dreimal gewinnen konnte. F3-Europameister Lance Stroll wird dagegen in Macao nicht am Start sein. Der frischgebackene Williams Pilot konzentriert sich auf seinen Formel 1 Einstieg.

Da ja in den zurückliegenden Jahren fast jedes Dorf seine eigene GT3-Meisterschaft ausrichtete, traf die FIA eine weise Entscheidung. Der schwerste Kurs, die besten Kutscher, der FIA GT Weltcup war geboren. Maro Engel gelang 2015 der erste Weltcup-Sieg. In einem gewaltigen Startduell gegen die Stars der GT-Szene setzte sich Engel im Mercedes-Benz SLS AMG GT3 bereits früh ab. Dahinter tobte ein Kampf, der weltweit für Aufsehen sorgte…

jprice_macaugp16-3185In der hart umkämpften GT3-Klasse will Maro Engel seinen World Cup Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Im giftgrünen Mercedes-Benz AMG GT3, passend ‚Beast Of The Green Hell‘ genannt, sieht sich Engel allerdings nicht in der Favoritenrolle. „Wir haben auf den Geraden ein Defizit. Audi ist in einer besseren Position“, sagte der 31-jährige Münchner in der aktuellen Ausgabe der MSa. Für Engel, der in Macao auch das GT3-Rennen des Jahres 2014 gewinnen konnte, ist die Strecke der absolute Höhepunkt der Saison. „Ich liebe diese Strecke, sie ist einfach unglaublich und ist auf der Welt nur mit der Nürburgring-Nordschleife und dem Mount Panorama in Bathurst vergleichbar“, sagte Engel dem Daimler-Mediendienst. „Es messen sich dort jedes Jahr die besten Fahrer und Hersteller im GT3-Sport. Und das in einem Format, bei dem man sehr wenig Trainingszeit und nur diesen One Shot hat. Es muss wirklich alles perfekt passen, um den FIA GT World Cup-Titel zu holen. Das alles zusammen macht es zu einer riesen Herausforderung, und ich denke, genau das ist es, was alle Fahrer an Macau lieben!“ Überholen ist auf dem engen Stadtkurs fast unmöglich. Dazu kommt die hohe Leistungsdichte. Auf Maro Engel und Teamkollege Renger van der Zande wartet eine schwere Aufgabe.

20161117-050hSchließlich tritt auch Audi Sport Customer Racing in den Straßen von Macao an. Edo Mortara hat sich für seinen letzten Audi-Einsatz ein großes Ziel gesetzt: „Natürlich will ich in meinem letzten Rennen für Audi noch einmal alles geben und mich mit einem Sieg verabschieden“, so der aktuelle DTM-Vizemeister im Audi-Mediendienst. Der 29-jährige geht für das Audi Sport Team WRT mit der Startnummer 7 an den Start. Das Schwesterauto mit der Nummer 8 lenkt Laurens Vanthoor. Der 25 Jahre alte Belgier hat mit dem Audi R8 LMS bereits drei internationale GT-Meisterschaften und vier 24-Stunden-Rennen gewonnen. Er kennt die äußerst selektive Strecke ebenfalls noch aus seiner Formel-3-Zeit und fuhr dort vor zwei Jahren auch das GT-Rennen. Nico Müller, Audi-Pilot aus der DTM, betritt in Macau dagegen Neuland und trainiert die Strecke auf dem Simulator. „In Macau messen sich die besten GT-Piloten der Welt, es gibt viele Macau-Spezialisten und ich bin zum ersten Mal dabei. Eine ganz schöne Herausforderung“, so der 24-jährige Schweizer, der für das deutsche Team Phoenix Racing an den Start geht. Porsche kommt mit zwei 911 GT3-R nach Macao. Manthey Racing setzt auf Earl Bamber und Kevin Estre. Auch das Porsche-Duo spielt im 24-Wagen-Feld eine ernstzunehmende Favoritenrolle. BMW schickt Rowe Racing, Nick Catsburg und den M6 GT3 ins Rennen.

In einem typischen Macao-Qualifying mit 2 Abbrüchen holte sich Audi-Pilot Edo Mortara die Pole Position für das erste Rennen am Samstag. Teamkollege Laurens Vanthoor geht von Startplatz 2 ins Rennen. Dahinter lauern bereits Earl Bamber im Porsche und Maro Engel im Mercedes-Benz!

In Macao kommt es auch zum Finale der TCR International Series. James Nash peilt im Seat den Titel an und setzt auf seine 17-Punkte Führung. Dahinter lauert Stefano Comini im VW Golf, der mit einem Gewichtsvorteil von 60 Kilogramm durchaus noch nicht geschlagen ist.

Alle Entscheidungen aus Macao lassen sich bequem am heimischen PC verfolgen. Der Motorsportverband FIA bietet auf seiner Website einen Livestream an. Der Veranstalter des Macao Grand Prix hat einen weiteren Livestream im Angebot. Früh aufstehen ist allerdings vonnöten. Der Blick auf den Zeitplan sagt alles…

Samstag, 19. November
00:30 Uhr – TCR International: Qualifying
05:10 Uhr – FIA GT World Cup, Rennen 1
06:50 Uhr – Formel 3 World Cup, Rennen 1

Sonntag, 20. November
02:00 Uhr – TCR International: Giua Race 1 & 2
05:55 Uhr – FIA GT World Cup: Rennen 2
08:30 Uhr – Formel 3 World Cup, Rennen 2

Fotos (c) Sports Bureau of Macao SAR Government / ID / GCS