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F1: Ferrari feiert Doppelsieg mit Beigeschmack

Guten Morgen aus Düsseldorf,

würde Sebastian Vettel mal lernen richtig zu starten, dann würde er auch Weltmeister. So allerdings fuhr der Heppenheimer in Hockenheim nur auf Platz 3 hinter den Ferraris von Alonso und Massa.

Ferrari sicherte sich den Doppelsieg bereits unmittelbar nach dem Start. Vettel konzentrierte sich zu sehr auf Alonso. Massa sah den freien Raum, passierte Vettel und zog Alonso hinter sich her. So weit so gut. Alonso folgte Massa wie ein Schatten, doch spätestens in der 45. Runde schien dem Spanier der Kragen zu platzen. Alonsos braver Sekundant zeigte keine Bereitschaft, den zweifachen Weltmeister vorbei zu winken und Alonso schäumte im Cockpit: “This is ridicolous!”, funkte die offensichtliche Ferrari-Nummer-1 seinem Rennstrategen ins Ohr. Einen sportlicher Rennausgang mit einem wutschnaubenden Alonso, das wollte sich Ferrari nicht antun. Und so leistete sich der Ferrari-Kommandostand eine Mischung aus Größenwahn und Arroganz. Ein Funkspruch an Massa “Alonso is faster than you….. Can you confirm that you understood that message.” beantwortete der Brasilianer in der 49. Runde. Vor der Haarnadel ging Massa demonstrativ vom Gas und ließ Alonso passieren.

Nach dem Positionswechsel gabs noch ein “Sorry Felipe” von Renningenieur Rob Smedley, der zu diesem Zeitpunkt wohl genau wußte, eine klassische Teamorder zelebriert zu haben. Und die ist nun mal verboten. Die Strafe von 100.000 Dollar wird Ferrari locker wegstecken, die WM-Punkte bleiben ja (erstmal) erhalten. Zwar wird sich die FIA mit der irrwitzigen Aktion beschäftigen, doch… Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Schließlich ist Monsieur Jean Todt der neue starke Mann an der Spitze des Weltverbandes. Jener Todt, dessen Worte “Let Michael pass for the championship”, schon im Sommer 2002 für Aufregung sorgten.

Grundsätzlich bin ich kein Gegner der Team-Order. Diese Strategie hat durchaus Sinn, wenn Egoisten perfekte Teamarbeit abliefern müssen. Sie macht auch Sinn, gewisse Sponsorinteressen zu wahren. Keinen Sinn sehe ich allerdings darin, nach dem Rennen alles abzustreiten. Da wird Stefano Domenicali zitiert, der “seinen Fahrern ja nur Informationen übermittelt hat, damit diese dann selbst entscheiden.” Hahahaha….

Der Fall Hockenheim 2010 war ein klarer Verstoß gegen das Team-Order-Verbot. Die 100.000 Doller sind für Ferrari Peanuts. Ich hoffe (wahrscheinlich vergeblich) auf ein eindeutiges Verfahren des World Motorsport Council. Was mich aber am meisten ärgert, ist die Ignoranz von Ferrari. Die hätten exakt am Jahrestag von Massas fürchterlichen Unfall sein Comeback mit einem Sieg krönen können!

Hier das komplette Ergebnis eines sonst recht öden Rennens.

Ähnlich kontrovers ging es auch beim Indycar-Rennen in Edmonto zu. Helio Castroneves überquerte die Ziellinie zwar als Erster, doch zum Sieger wurde Scott Dixon erklärt. Castroneves soll beim letzten Restart seinen Teamkollegen Will Power vorsätzlich geblockt haben, so die Rennleitung. Eine fragwürdigen Entscheidung, die Castroneves auf den zehnten Platz zurück warf. Helio Castroneves rastete nach dem Rennen förmlich aus und griff einige Offizielle an, wie dieses Video zeigt.

 

Mehr vom Indycar-Lauf in Edmonton und vom NASCAR Lauf in Indianapolis am Abend.

Bis später, kommt gut in die Woche!

 

 

3 Kommentare

  1. Zonser Gridgirl
    Juli 26th, 2010

    | 10:09

    Ne echte Drecksackerei von Ferrari und WM Punkte zum Schnäppchenpreis. 100.000$ kostete das Weekend, Österreich 2002 wurde Ferrari noch mit einer Million berechnet. Alles Beschiß….

  2. RaceScoutHH
    Juli 26th, 2010

    | 10:51

    Guten Morgen!

    Ach, was, Ferraris Aktion entwickelt sich zum Sturm im Wasserglas. Schwamm drüber. Ferrari hsts riskiert und wenn zum Ende der Saison der Alonso genau mit diesen Hockenheim-Punkten zum Champion gekrönt wird, ist alles Friede, Freude, Eierkuchen.

    Lieber sollte man dieses unsinnige Verbot der Team Orders abschaffen!

  3. Juli 26th, 2010

    | 21:21

    DASS Massa zurückgepfiffen wurde, finde ich zwar im Sinne des Sports nicht so dolle, kann es aber irgendwie nachvollziehen. Was mir übel aufstößt ist, dass Ferrari es getan hat, OBWOHL es explizit verboten ist. Ist ja nicht so, dass aus Versehen gegen einen kleinen, unbekannten Paragraphen verstoßen wurde, sondern VORSÄTZLICH gegen eine allgemein bekannte Regel.

    Und am Ende noch zu sagen, dass man “im Interesse des Sports” nicht gegen die $100.000-Strafe angehen wird ist schon echt ein dicker Hund. Sowas arrogantes und scheinheiliges habe ich schon lange nicht mehr gehört.

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