F1: Starkes Ferrari-Practice am Freitag.
Guten Morgen aus Düsseldorf!
Ferrari fuhr beim zweiten Freitagstraining die schnellsten Runden. Vergißt man das verregnete FP1, so finde ich das durchaus überraschend. Trotzdem hatte auch das erste Training seinen “Hot Moment”. Lewis Hamilton war sichtlich übermotiviert unterwegs und versenkte seinen Dienstwagen in die Planken. Doch auch die Konkurrenten hatten auf dem naßen Geläuf ihre liebe Not. Dreher und Ausritte waren im FP1 an der Tagesordnung.
Die zweiten 45 Minuten des Nachmittagstrainings waren trocken und das nutzte Fernando Alonso für einen schnellen Spurt an die Spitze. Des Spaniers Bestzeit ist sicher eine Überraschung. So weit vorn habe ich die Roten nicht erwartet, denn Felipe Massa sicherte sich die drittschnellste Zeit, knappe 0,144 Sekunden hinter Homerunner Vettel. Mark Webber komplettierte die bunte Reihe aus Ferrari und Red Bull. Mercedes blieb dritte Kraft gestern, das lag allerdings auch an der schwachen McLaren-Vorstellung. Hamilton fuhr mit repariertem Auto auf Sieben. Jenson Button kam über Platz 15 nicht hinaus. Rätselraten oder Kaffeesatzleserei: Bei McLaren war gestern der Wurm drin! Positiv fiel Timo Glock auf. Der Odenwälder lieferte gestern eine durchaus überzeugende Vorstellung ab und dominierte die unmittelbaren Konkurrenten Lotus und HRT.
Gerade einmal 65.000 Zuschauer erwarten die Hockenheim-Veranstalter. Enttäuschend, bedenkt man die deutsche Situation in der Formel 1. Mit Vettel, Rosberg, Schumacher, Sutil, Hülkenberg und Glock sind deutsche Piloten schließlich in Überzahl vorhanden. Mit Mercedes GP kommt zum ersten mal seit 1954 ein deutsches Werksteam auf die Rennpisten zurück. Doch irgendwie will der Funke nicht überspringen. Ich schrieb ja schon vorgestern über diese Entwicklung, die mir grundsätzlich Sorgen macht. Schließlich bleibt es mir ein Rätsel, wenn mehr als 80.000 Zuschauer Vettels Kurztour durch Heppenheim bewundern oder über 100.000 Zuschauer auf der Düsseldorfer Kö den DTM-Kutschen hinterherwinkten. Gut, einen Formel 1 Grand Prix mit Eintrittspreisen um die 35 Euro kann man nicht finanzieren. Trotzdem halte ich die Preispolitik in der F1 für verfehlt. Horrende Mondpreise, denen dann “Schnäppchen” für 199 Euro hinterher geworfen werden, wecken meine Zweifel an seriöser Kalkulation. Aber auch Megaprojekte wie das Nürburgring Ringwerk belegen doch, das die Manager solcher Events in ganz anderen Spähren schwebten und nun langsam in der bitteren Realität aufwachen. Ich denke gern an die alten Zeiten zurück, als die Samstagkarte beim Grand Prix von Monaco noch schlanke 300 Franc kostete und man am Sonntag auf der Virage Du Tabac Tribüne für 900 Franc ein Megaspektakel erlebte…. Aber das waren halt die alten Zeiten. Und ganz ehrlich, die waren auch nicht immer besser!
Und in der Zwischenzeit im Dorf…
frage ich mich, ob das “Mit LKW’s im Kreis Herum fahren” wirklich lustig sein soll. Ein paar Kilometer rheinabwärts brettern heute 15 aufgemotzte Laster durch einen Kreisverkehr und nennen das “Love Parade”. Puh, in meiner Berliner Zeit war das noch cool! Aber heute? Trotzdem ist eins witzig. Die Veranstalter haben für die Trucks ein echt umfangreiches “technisches Reglement” entwickelt, das sogar der langweiligen DTM zur Ehre gereichen würde!
Ich wünsche viel Spaß und ein schönes Wochenende!
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