IMSA Sebring: GTLM auf Augenhöhe!

Das BMW Team RLL hat beim legendären 12-Stunden-Rennen von Sebring den ersten Podestplatz mit dem neu entwickelten BMW M6 GTLM errungen. Beim zweiten Lauf der IMSA WeatherTech SportsCar Championship sicherten sich Bill Auberlen, Dirk Werner, und Bruno Spengler im Auto mit der Startnummer 25 den zweiten Rang in der GTLM-Klasse. Der Klassensieg ging an die Corvette C7.R. Porsche wurde dritter. Die GTLM fährt auf Augenhöhe!

4CorvetteC7RSebring09Wie bereits beim 24-Stunden-Rennen von Daytona sicherte sich die gelbe Corvette C7.R auch den Gesamtsieg bei den 12 Stunden von Sebring. Mit dem Double von Daytona und Sebring hatte bei Chevrolet wohl keiner gerechnet, denn den bulligen Corvettes wurde nach dem spektakulären Doppelsieg von Daytona die Luft zum Atmen genommen. IMSA verkleinerte die Restriktoren um 0,4 Millimeter. Corvette-Sportchef Doug Fehan maulte entsprechend laut, doch die Offiziellen blieben hart. Nach 12 Stunden war die Corvette erneut siegreich und Oliver Gavin, Tommy Milner und Marcel Fässler feierten beim zweiten Saisonlauf bereits ihren zweiten Saisonsieg. Für Chevrolet Vizepräsident Jim Campbell war der Back-To-Back Erfolg das Ergebnis großartigem Teamworks. Mit Recht kann man stolz sein, denn Corvette Racing hat inzwischen fünf der ganz großen Langstreckenrennen in Folge gewonnen. Nach Siegen in Daytona, Sebring und Le Mans im Jahr 2015 nehmen die US-Boys inzwischen Kurs auf das Triple 2016. Eine außergewöhnliche Leistung, denn auch das Schwesterauto hatte genügend Potential, um an der Spitze mit zu fahren. Doch Jan Magnussen, Antonio Garcia und Mike Rockenfeller wurden fünf Stunden vor der Zielflagge in einen Unfall verwickelt und beendeten das Rennen nach einer fast 45-minütigen Reparaturpause auf dem neunten Rang.

P90213810_highRes_16-03-2016-to-19-03-BMW und das Team RLL erlebten in Sebring einen harten, aber trotzdem erfolgreichen Tag. Nach der Pole Position galt der BMW M6 mit der Startnummer 25 durchaus als heißer Favorit auf den Gesamtsieg. Doch BMW leistete sich ein paar Fehler, die das Mehr an Ladedruck zunichte machten. Allein in den ersten drei Rennstunden kassierte das BMW Team RLL drei Strafen für Regelverstöße bei den Boxenstopps. Bei wechselhaften, teilweise schwierigen Rennbedingungen und einer wetterbedingten Unterbrechung von über zwei Stunden fiel die Entscheidung erst in einem spannenden Schlusssprint, der nach Ende der 13. Gelbphase in den letzten 20 Minuten eingeläutet wurde. Als Schlussfahrer Werner nach insgesamt 235 Runden die Ziellinie überquerte, hatte er einen Rückstand von 2,882 Sekunden auf die siegreiche Corvette. Das zweite BMW Team RLL Trio mit John Edwards, Lucas Luhr und Kuno Wittmer lag ebenfalls lange auf Podestkurs, ehe eine unverschuldete Kollision die Startnummer 100 in der Schlussphase noch auf den sechsten Platz zurückwarf. Auch das Team von Turner Motorsport, das mit zwei neu entwickelten BMW M6 GT3 in der GTD-Kategorie antrat, erreichte ein Top-Ergebnis. Ashley Freiberg, Bret Curtis und BMW Werksfahrer Jens Klingmann standen nach einer starken Vorstellung im Auto mit der Nummer 96 als Zweite auf dem Podium. Auch für den BMW M6 GT3 war dies der erste Podestplatz im zweiten Rennen. Ihre Teamkollegen Markus Palttala, BMW Motorsport Junior Jesse Krohn und Michael Marsal belegten im Schwesterfahrzeug mit der Nummer 97 den siebten Rang.

high_porsche_911_rsr_sebring_imsa_weathertech_sportscar_championship_2016_porsche_ag(9)Porsche verließ den Flugplatzkurs als Dritter und hatte trotz des Leistungsmankos ein wenig Glück. Im Regen von Sebring war man stark unterwegs. Auf trockener Piste ging es dagegen kaum vorwärts. Frederic Makowiecki, Earl Bamber und Michael Christensen waren mit dem dritten Podestplatz gut bedient, schließlich kämpften alle fünf GT-Hersteller auf Augenhöhe. Corvette, BMW, Porsche, Ford und Ferrari lieferten sich trotz des zerhackten Rennens und der schwierigen Wetterbedingungen einen sehenswerten und engen Kampf. Ein Grund: Das neue BoP-System der IMSA, das nach Ansicht von Porsche GT-Sportchef Frank-Steffen Walliser gut funktioniert. Dem Fazit schloß sich auch Corvette-Boss Fehan an: „In der IMSA startet das beste und ausgeglichenste GT-Feld der Welt!“ Gesamtsieger der 12 Stunden von Sebring wurde das Extreme Speed Motorsport Team mit dem grünen Ligier-Honda LMP2. Nach dem Triumph bei den 24 Stunden von Daytona räumte die Truppe dank besserer Taktik auch in Sebring ab.

Die IMSA WeatherTech SportsCar Championship geht am 16. April 2016 in die dritte Runde. Dann steht das Stadtrennen in Long Beach auf dem Programm!

alle Fotos (c) General Motors, BMW AG, Porsche AG