WRC Mexiko: Latvala, der Überflieger!

Jari-Matti Latvala holte auch am zweiten Tag alles aus seinem Polo R WRC raus. Mit unglaublicher Präzision flog der Finne über die großen Schotterprüfungen. Sebastien Ogier hatte dem nichts entgegenzusetzen. Hyundai kämpfte am Samstag mit Problemen, festigte mit Dani Sordo aber den dritten Podiumsplatz!

7277-2016_03_05_latvala_anttilaMit sechs Etappensiegen legte Jari-Matti Latvala gestern den Grundstein für seinen ersten Saisonsieg. Mit unglaublichem Speed und höchster Konzentration fuhr der Finne auf den klassischen Schotterprüfungen allen Konkurrenten davon. Weltmeister Ogier sah das bereits früh ein und schaltete erst gar nicht in den Angriffsmodus. Nur auf den beiden Kurzetappen in Leon feierte Ogier Etappensiege. Dani Sordo gewann ebenfalls eine Super Special. Bei aller Souveränität, auch Jari-Matti hatte gestern eine Schrecksekunde. Kurz vor dem Ziel der ersten Tagesprüfung übersah Latvala beinahe einen Felsbrocken. Der befürchtete Reifenschaden blieb jedoch aus und Latvala ging im Laufe des Tages voll aufs Gas und baute seinen Vorsprung weiter aus. Andreas Mikkelsen im dritten VW Polo leistete sich dagegen einen Konzentrationsfehler mit schweren Folgen. Auf der Jagd nach Dani Sordo flog der Norweger auf der zweiten Otates-WP ab. Mikkelsen und Copilot Jäger blieben unverletzt. „Ich kenne die Stelle eigentlich sehr gut“, sagte Mikkelsen der WRC-Website. „Wir waren schnell unterwegs um Zeit auf Dani Sordo gutzumachen, aber die Ansage kam ein wenig zu spät!“ Pech für Andreas Mikkelsen, dessen Podiumsträume nun geplatzt sind.

Sordo03MEX16cm644Dani Sordo und Hyundai festigten gestern den dritten Gesamtrang. Doch auch der Spanier blieb nicht von Schwierigkeiten verschont. Nach der ersten Durchfahrt der Otates-WP klagte Sordo über Leistungsverlust. Der Ventilator am Kühler des New Generation i20 WRC stellte seine Arbeit ein und der Motor überhitzte. Sordo schaffte es bis in den Service, wo das Problem behoben werden konnte. Danach kämpfte Sordo mit ein paar Balanceproblemen, ausgelöst durch mangelnde Traktion auf der Hinterachse. Vor der heutigen Monsteretappe wird Hyundai alles daran setzen, Sordos dritten Rang zu sichern, denn Haydon Paddon und vor allem Thierry Neuville sind weit zurückgefallen. Paddon erlebte einen ereignisreichen Samstag und kämpfte mit thermischen Problemen am Motor und den Bremsen, dem Ausfall der Schwaltwippen und einer verbogenen Radaufhängung, der aber wieder repariert werden konnte. Der Neuseeländer verteidigte trotz aller Mißlichkeiten tapfer den fünften Gesamtrang. Thierry Neuville, bereits seit Freitag unter Rally2-Reglement unterwegs, erlebte dagegen eine Tag zum Vergessen. Der Belgier flog auf der zwölften Prüfung ab. Zwar blieben Neuville und Copilot Nicolas Gilsoul unverletzt, der Veranstalter wollte aber sicher gehen und überwies das Hyundai-Duo ins Krankenhaus. Nach einigen Checks konnten beide das Hospital verlassen. Die Rallye Mexiko ist für Neuville/Gilsoul aber nun endgültig beendet.

Rallye Mexiko, Gesamtstand nach Tag 2.
1. J. M. Latvala / M. Anttila (Volkswagen Polo R WRC) 3:27.22,8
2. S. Ogier / J. Ingrassia (Volkswagen Polo R WRC) +1.37,7
3. D. Sordo / M. Martí (Hyundai New Generation i20 WRC) +2.40,4
4. M. Östberg / O. Floene (Ford Fiesta RS WRC) +4.48,8
5. H. Paddon / J. Kennard (Hyundai New Generation i20 WRC) +5.41,1
6. O. Tanak / R. Molder (Ford Fiesta RS WRC) +7.50,5
7. M. Prokop / J. Tomanek (Ford Fiesta RS WRC) +9.23,5
8. L. Bertelli / S. Scattolin (Ford Fiesta RS WRC) +10.19,5
9. T. Suninen / M. Markkula (Skoda Fabia R5) +12.33,7
10. V. Gorban / V. Korsia (MINI John Cooper Works WRC) +27.49,2

Zum Abschlußtag der Rallye Mexiko stehen noch zwei Wertungsprüfungen im Roadbook. Darunter die mit 80 Kilometern längste WP der jüngeren Rallyegeschichte. Alle Zeiten im MEZ!

15:03 Uhr – WP20, Guanajuato – 80,00 Km.
19:08 Uhr – WP21, Agua Zarca (Power Stage) – 16,46 Km.
21:30 Uhr – Podium Ceremony

Auf der ‚Guanajuato‘ ist noch einmal höchste Konzentration gefordert. Das Ausfallrisiko ist hoch und auch die bisher so gefestigt scheindenden Podiumsplätze sind längst noch nicht in trockenen Tüchern!

alle Fotos (c) Hyundai Motorsport, Volkswagen Motorsport, Enrique Gijón, Rally Mexico