WRC Mexiko: Rückschläge

Thierry Neuville stellt seinen Hyundai i20 WRC bereits nach 50 Kilometern ab. Auch M-Sport kämpft mit Problemen. Eric Camilli verliert zwei Gänge und Mads Östberg hadert mit schlechten Zeiten. Volkswagen bleibt dagegen in der Spur. Jari-Matti Latvala führt vor Sebastien Ogier!

24875026344_ffb08fa3cf_oRückschlag für Hyundai. Nach einem vielversprechenden Auftakt strandete Thierry Neuville ausgerechnet auf der berüchtigten ‚El Chocolate‘. Der Belgier ließ sich auf einer schnellen Passage etwas zu weit nach aussen tragen und verpasste den Scheitelpunkt für die folgende Kurve. „Wir haben vorne links etwas berührt, dabei ist die Aufhängung gebrochen“, erläuterte Neuville seinen Ausfall. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagte Neuville weiter. „Wir hatten eine gute Reifenwahl und ich fuhr wirklich schnelle Sektorzeiten!“ Aber das ist Mexiko. Ein kleiner Fehler kann das Aus bedeuten! Thierry wird aber heute wieder in seinen New Generation i20 WRC klettern. Neuvilles Re-Start erfolgt unter Rally2-Reglement. Dani Sordo und Hayden Paddon hatten gestern ebenfalls mit kleineren Problemen zu kämpfen. Sordo verlor nach eigenem Geschmack zu viel Zeit auf die Spitzengruppe. Hayden Paddon setzte auf die falsche Reifenmischung und rutsche auf ‚Las Minas‘ einmal kurz von der Strecke. Vor dem zweiten Tag haben sich die verbliebenen Hyundai-Piloten in den Top 5 eingerichtet, doch der Vorsprung auf die Verfolger ist klein.

VW-Youngster Andreas Mikkelsen wird heute die Jagd auf Dani Sordo eröffnen. Hayden Paddon steht unter Druck von Mads Östberg, der gestern allerdings nicht in Schwung kam. Der Norweger setzte auf harte Reifen. Eine Fehlentscheidung, wie sich schnell herausstellen sollte. Auch M-Sport Kollege Eric Camilli verlor viel Zeit, der Youngster zog während einer WP neue Reifen auf und verlor 6 Minuten. Nach dem Wechsel auf frische Pneus kämpfte Camilli mit Getriebeproblemen. An der Spitze hält sich Volkswagen aus allen Schwierigkeiten raus. Jari-Matti Latvala konnte seine späte Startposition perfekt umsetzen. Sebastien Ogier hat bei seiner 100. Rallye einen Rückstand von 32,1 Sekunden.

Rallye Mexiko, Gesamtstand nach Tag 1.
1. J. M. Latvala / M. Anttila (Volkswagen Polo R WRC) 1:48:00.0
2. S. Ogier / J. Ingrassia (Volkswagen Polo R WRC) +32.1
3. D. Sordo / M. Martí (Hyundai New Generation i20 WRC) +1:15.6
4. A. Mikkelsen / A. Jaeger (Volkswagen Polo R WRC) +1:46.7
5. H. Paddon / J. Kennard (Hyundai New Generation i20 WRC) +2:20.8
6. M. Östberg / O. Floene (Ford Fiesta RS WRC) +2:35.6
7. O. Tanak / R. Molder (Ford Fiesta RS WRC) +3:53.8
8. M. Prokop / J. Tomanek (Ford Fiesta RS WRC) +4:56.3
9. L. Bertelli / S. Scattolin (Ford Fiesta RS WRC) +5:11.3
10. T. Suninen / M. Markkula (Škoda Fabia R5) +5:43.7

Heute warten neun Wertungsprüfungen, darunter sind natürlich die legendären und berüchtigten Schotterklassiker. In der Nacht folgen dann noch drei Mickey-Mouse-WP’s in Leon. Hier der Zeitplan. Alle Zeiten in MEZ!

15:53 Uhr – WP11, Ibarrilla – 30,38 Km.
17:11 Uhr – WP12, Otates 1 – 42,62 Km.
18:14 Uhr – WP13, El Brinco 1 – 7,15 Km.
21:08 Uhr – WP14, Agua Zarca – 16,47 Km.
22:36 Uhr – WP15, Otates 2 – 42,62 Km.
23:39 Uhr – SS16, El Brinco 2 – 7,15 Km.
00:34 Uhr – WP17, Super Special 5, Autodromo Leon – 2,30 Km.
00:39 Uhr – WP18, Super Special 6, Autodromo Leon – 2,30 Km.
03:35 Uhr – WP19, Street Stage, Leon – 1,41 Km.

Auch der zweite Tag der Rallye Mexiko hat genügend Überraschungspotential. Doch alle Piloten schielen bereits ein wenig auf den Sonntag. Mit der 80 Kilometer langen Mega-WP ‚Guanajuato‘ wird morgen eine neue Ära in der modernen Rallyegeschichte eingeläutet. Sebastien Ogier und Copilot Julien Ingrassia rechnen mit einer Fahrzeit von rund 50 Minuten. Ingrassias Gebetbuch für die Monsteretappe umfasst stolze 106 Seiten und beschreibt sehr schnelle Passagen, Kuppen, Wasserpassagen und auch technisch sehr anspruchsvolle Abschnitte. Hyundai-Werksfahrer Thierry Neuville ahnt bereits was ihn erwartet: „Das Auto wird heiß laufen, die Reifen überhitzen und dein Kopf erst recht!“

alle Fotos (c) Hyundai Motorsport, Enrique Gijón, Rally Mexiko