F1 Test: Mercedes stellt sich auf!

Mit dem Test des neuesten Silberpfeils nimmt auch das Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg wieder Fahrt auf. Die Mercedes-Piloten präsentierten ihren neuen Dienstwagen und schnell trennten sich die Wege der beiden wieder. Lewis Hamilton übernahm gestern den Fahrbetrieb!

AI0I0115Rund 300 Journalisten waren früh auf den Beinen, um in Barcelona der Enthüllung des neuen Mercedes F1 W07 Hybrid beizuwohnen. Einmal zogen Hamilton und Rosberg gemeinsam an einem Strang und das war es dann auch wohl, die beiden Silberpfeil-Piloten gingen sich anschließend aus dem Weg. Rosbergs Weg führte ins Motorhome, Hamilton kletterte ins Cockpit und fuhr als Erster auf die 4,655 Kilometer lange Strecke. Pünktlich mit dem Beginn der Testfahrten lieferten Rosberg und Hamilton einen gut inszenierten Einstand mit den passenden Worthülsen. „Ich muss sicherstellen, dass ich die Messlatte weiter anhebe“, sagte Hamilton im Daimler-Benz Mediendienst. Rosberg konterte an gleicher Stelle: „Ich bin vollkonzentriert und fest entschlossen, dass dies mein Jahr werden kann!“ Für Rosberg wird das 2016 zum echten Prüfstein. Im Kampf gegen den Teamkollegen muss Nico liefern. Teamchef Toto Wolff weiß um die brandheiße Mischung, die sich in seinem Team wieder aus dem Ruder laufen kann, denn der Kampf um den WM-Titel ist bereits voll entbrannt.

ai0i1636„Während des Winters war es für das Team die größte Herausforderung, herauszufinden, wie wir noch mehr Performance aus einem ohnehin schon sehr starken Power Unit- und Chassis-Konzept herausholen konnten“, erklärte Mercedes-Benz Motorsportchef Toto Wolff. „Das Reglement blieb für ein weiteres Jahr relativ stabil. Aus diesem Grund beginnt die Entwicklungskurve erwartungsgemäß leicht zu verflachen. Aber als Gruppe von wettbewerbsorientierten Racern ist dies eine Herausforderung, die wir mögen!“ Die wettbewerbsorienterten Racer warfen sich auch sofort in die Arbeit. Lewis fuhr um 09:00 Uhr für seinen ersten Run aus der Box. Bis zur Mittagspause um 13:00 Uhr absolvierte er 66 Runden. Danach legte er bis zum Testende um 18:00 Uhr 90 weitere Runden zurück. Das Testprogramm konzentrierte sich darauf, viele Kilometer mit dem neuen F1 W07 Hybrid zurückzulegen, darunter Setup-Arbeiten und Einschätzungen der 2016er Pirelli-Reifen.

Doch mit der aufziehenden Saison haben die Benz-Buben mit Sebastia Vettel einen schlagkräftigen Gegner zu fürchten. Der Vierfache fuhr gestern im Ferrari SF16-H auf Anhieb schnelle Runden und holte sich die Tagesbestzeit. In 1:24,939 Minuten legte Vettel vor und distanzierte Hamilton dabei um 0,470 Sekunden. „Ferrari sieht wirklich stark aus. Wir erwarten, dass sie dieses Jahr eine große Gefahr für uns sein werden“, sagte Rosberg voller Anerkennung, ehe er sich heute mit Vettel misst und im Fernduell natürlich auch mit Hamilton. Einen echten Schritt nach vorn machte McLaren. Im vergangenen Jahr hatte Fernando Alonso in Jerez zum Ende des ersten Testtages nur sechs Umläufe auf seinem Konto. Diesmal absolvierte sein Teamkollege Jenson Button noch vor der Pause 35 Runden. Hier alle Testzeiten von Montag!

Während in Barcelona die F1-Boliden ihre Runden drehten, giftete Bernie Ecclestone und fällte wieder einmal ein vernichtendes Urteil. „Die Formel 1 ist so schlecht wie nie zuvor“, zitierte die britsche Daily Mail den 85-Jährigen vor dem Auftakt der Testfahrten in Barcelona. „Ich würde mein Geld nicht ausgeben, um mit meiner Familie ein Rennen anzusehen. Ausgeschlossen!“

Der 85-jährige poltert also wieder einmal und kritisiert die Vorhersehbarkeit sener Show. Dabei hat Ecclestone vor allem den Wettbewerb im Blick, den er gerne umkrempeln will. So schwebt Ecclestone zum Beispiel ein Reverse Grid vor, die einen Teil der Startaufstellung auf den Kopf stellen könnte. „Diese Art sorgt für Wettbewerb unter den Jungs mit ähnlicher Geschwindigkeit“, meinte Ecclestone. Ein alter Hut. Vor dem Saisonstart am 20. März in Melbourne sorgt Ecclestone mit seiner typisch grantigen Art für medienwirksame Schlagzeilen. Für mehr aber auch nicht!

Fotos (c) Daimler-Benz AG