WRC Schweden: Ogier siegt, Paddon begeistert!

Sebastien Ogier holte sich in Schweden seinen 34. Karriereerfolg. Volkswagen traf bei der Winter-Rallye allerdings auf starke Konkurrenz. Hayden Paddon fuhr mit dem neu entwickelten Hyundai i20 WRC eine sensationelle Rallye und sicherte sich den zweiten Rang. Mads Östberg und M-Sport wurden dritte!

2016-02-05_vwms_wrc2016_02schweden_10Sebastien Ogier bleibt in Schweden ungeschlagen. Der amtierende Weltmeister hat beim Winterklassiker nun drei Siege in seinem Lebenslauf. Am vergangenen Wochenende war die Aufgabe allerdings besonders schwer, denn Tauwetter und Dauerregen setzten dem Geläuf sehr zu. Zwar kam pünktlich zum Start der Rallye der Frost zurück, die Piloten hatten aber mit schwierigen und wechselhaften Bedingungen zu kämpfen. Während der Recce am Mittwoch und Donnerstag beherrschten weicher Lehmboden und Matsch die Wertungsprüfungen. Ab Freitag ging es dann mit vollem Tempo über Eis und frisch gefallenem Schnee. Dank des großen Engagements des Veranstalters, die über Nacht die Wertungsprüfungen mit viel Aufwand präparierten, wurden über 68 Prozent der ursprünglich geplanten Prüfungskilometer absolviert. Ab der Hälfte werden volle Punkte für die WM-Wertungen vergeben. Eine Mammutaufgabe für Volkswagen und Ogier, denn der Weltmeister musste bei 93 Prozent aller Sonderprüfungen als erster auf die Strecke. Sebastien Ogier behielt dank großer Routine die Kontrolle, die Teamkollegen machten die Fehler. Andreas Mikkelsen gelang der Sprung aufs Podium nicht. Der Norweger leistete sich einige Ausrutscher und war mit Rang Vier noch gut bedient. Jari-Matti Latvala erlebte wieder einmal eine Rallye zum Vergessen und kämpfte vom ersten Tag an mit technischen Problemen. Volkswagen hatte in Schweden ein paar Schwachstellen.


Paddon02SWE16cm416Hyundai-Pilot Hayden Paddon überzeugte in Schweden mit einem überragendem Auftritt. Der Neuseeländer war zum ersten Mal im New Generation i20 WRC unterwegs und stellte seine Teamkollegen eindeutig in den Schatten. Hayden Paddons zweiter Rang, sein zweiter Podiumserfolg nach Sardinien 2015, war ein Kraftakt, der zum Schluß am seidenen Faden hing. Auf der Power Stage waren Paddon und sein Copilot John Kennard ziemlich aggressiv unterwegs. Ein Begrenzungspfosten blieb auf der Strecke und der traf ausgerechnet eine heikle Stelle an der Front des neuen i20 WRC. Das Kühlsystem wurde in Mitleidenschaft gezogen. nach der Zieldurchfahrt quoll Dampf aus der Motorhaube, der Kühler hatte ein Leck. Erinnerungen wurden wach, denn 2014 ereilte Thierry Neuville in Mexiko ein ähnliches Schicksal. Eine große Flasche Corona half dem Belgier damals aus der Patsche. Besagte Flasche steht übrigens heute noch bei Hyundai Motorsport in Alzenau! Hayden Paddon und John Kennard lösten das Problem ohne Alkohol und dichteten das Leck klassisch ab. Die Fahrt in den Servicepark gelang und damit war auch der zweite Gesamtrang gesichert. Ein großartiger Erfolg für die neuseeländische Hyundai-Crew!

„Ein Treppchen ist ein fantastisches Ergebnis für mich und alle im Team“, sagte Paddon im Hyundai-Mediendienst. „Wir hatten gehofft, ein weniger stressiges Ende der Rallye zu erleben, aber leider schlug unser Kühler nach einer Kollision mit einem Holzpfosten auf der Etappe leck, was eine schnelle Reparatur erforderte. Glücklicherweise fanden wir eine vorübergehende Lösung und erreichten den Service immer noch auf dem zweiten Platz! Abgesehen von der späten Dramatik hatten wir ein gutes Wochenende und ich fühlte mich im New Generation i20 WRC sehr wohl. Als es darauf ankam, machten wir das Beste aus unserer Startposition!“

Neuville02SWE16cm366Im Kampf um die Herstellerpunkte erlitt Hyundai allerdings einen kleinen Dämpfer. Ausgerechnet Thierry Neuville kämpfte von Beginn an mit technischen Problemen am Differenzial und wurde weit zurück geworfen. Der Belgier fand jedoch in seinem Rhytmus zurück, kämpfte sich bis auf Rang 14 vor und verpasste nur knapp einen Powerstage-Punkt. Dani Sordo konservierte am Sonntag seinen sechsten Gesamtrang. Für den spanischen Asphaltspezialisten ein achtbares Resultat. Alle drei New Generation i20 WRC sahen das Ziel. Für Hyundai-Teamchef Michel Nandan ein guter Start in eine vielversprechende Saison: „Nach zwei Veranstaltungen sind wir fünf Punkte hinter Volkswagen, wir haben aufeinanderfolgende Treppchen erzielt und wir haben vielversprechendes Tempo bewiesen. Mexiko wird eine weitere Lernerfahrung mit dem neuen Auto, aber wir können mit unserem Start ins Jahr 2016 zufrieden sein.“

Rallye Schweden, Gesamtstand
1. S. Ogier / J. Ingrassia (Volkswagen Polo R WRC) 1:59:47.4
2. H. Paddon / J. Kennard (Hyundai New Generation i20 WRC) +29.8
3. M. Østberg / O. Floene (Ford Fiesta RS WRC) +55.6
4. A. Mikkelsen / A. Jaeger (Volkswagen Polo R WRC) +1:10.8
5. O. Tanak / R. Molder (Ford Fiesta RS WRC) +1:50.7
6. D. Sordo / M. Martí (Hyundai New Generation i20 WRC) +2:24.0
7. H. Solberg / I. Minor (Ford Fiesta RS WRC) +2:40.0
8. C. Breen / S. Martin (Citroën DS3 WRC) +2:44.6
9. E. Evans / C. Parry (Ford Fiesta R5) +5:17.0
10. T. Suninen / M. Markkula (Škoda Fabia R5) +5:31.6

14. T. Neuville / N. Gilsoul (Hyundai New Generation i20 WRC) +7:10.7

2016 FIA World Rally Championship, Fahrerwertung
1. S. Ogier – 56 Punkte
2. A. Mikkelsen – 33 Punkte
3. M. Østberg – 27 Punkte
4. H. Paddon – 18 Punkte
5. D. Sordo – 18 Punkte
6. O. Tanak – 16 Punkte
7. T. Neuville – 15 Punkte
8. S. Lefebvre – 10 Punkte
9. H. Solberg – 6 Punkte
10. E. Evans – 6 Punkte

2016 FIA World Rally Championship, Herstellerwertung
1. Volkswagen Motorsport – 54 Punkte
2. Hyundai Motorsport – 49 Punkte
3. Volkswagen Motorsport II – 30 Punkte
4. M-Sport World Rally Team – 27 Punkte
5. DMACK World Rally Team – 18 Punkte
6. Hyundai Motorsport N – 14 Punkte

Vom winterlichen Schweden zieht es den Rallyetroß nun in die Hitze des mexikanischen Hochlandes. Die Rallye Mexiko vom 3. bis 6. März gilt als erster klassischer Schotterlauf und überrascht in diesem Jahr mit einer wahren Monsteretappe. Die 80 Kilometer lange Guanajuato-Prüfung wird die längste Special Stage in der Geschichte der WRC seit dem Jahr 1983.

Fotos (c) Hyundai Motorsport, Volkswagen Motorsport, Red Bull, M-Sport

2 Kommentare

  1. WRCFansDUS

    Paddons Leistung… Hut ab! Hab die Powerstage live gesehen (vielen Dank für den Link) und war doch ziemlich überrascht wie rasant, ja fast schon aggressiv der Kiwi die 15.8 Km unter die Räder nahm. Nur gut, das der Kühler bis Karlstad gehalten hat. Glückwunsch!

  2. I♡Monroe

    Geniale Leistung von Paddon im neuen NGi20. Hätte Thierry Neuville nur nicht das Differenzialproblem gehabt, dann wäre noch viel mehr drin gewesen. Guter Auftakt in die Saison. Volkswagen, so scheint es mir, ist zu schlagen. Zumindest was die Plätze 2 und 3 betrifft!
    VIVA MEXICO!

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