Dakar 2016: Sainz steigt aus!

Pech für den Matador. Carlos Sainz fällt auf der härtesten Prüfung der Dakar 2016 mit Getriebeschaden aus. Stephane Peterhansel gewinnt die zehnte Etappe und übernimmt die Führung in der Gesamtwertung. Nasser Al-Attiyahs Attacke auf Peugeot geht schief und aus der Tiefe des Raumes kommt plötzlich der Hilux von Toyota Gazoo Racing South Africa!

5696d02e36380Die zehnte Etappe wurde ihrem Ruf mehr als gerecht. Die anspruchsvollste Prüfung der Rallye wurde zwar nach 244 Kilometern abgebrochen, für Carlos Sainz war zu diesem Zeitpunkt aber bereits alles zu spät. Der spanische Rallyeweltmeister blieb mit seinem Peugeot 2008DKR bei Kilometer 213 liegen. Sainz und Copilot Lucas Cruz diagnostizierten einen Getriebeschaden, der vor Ort nicht zu reparieren war. Dazu kam der Bruch eines Spacers zwischen Motor und Getriebe. Für das spanische Peugeot-Duo bedeutete dies das endgültige Aus. Zwar schleppte ein Peugeot-Servicetruck das angeschlagene Auto noch ins Bivak, doch die Mechaniker senkten die Daumen. Der Schaden an Sainz Fahrzeug war nicht zu richten. Sainz und Cruz stiegen in Führung liegend aus und überliessen Stephane Peterhansel das Feld. Der Dakar-Rekordsieger gewann die Etappe und übernahm die Gesamtführung. Allerdings lauert da immer noch die Benzinaffäre, die den Ausgang der Dakar am grünen Tisch verändern kann. Peterhansel wurde vorgeworfen, einen illegalen Tankstopp eingelegt zu haben. Der Dakar-Ausrichter ASO nahm Peterhansel jedoch in Schutz. Das deutsche Team X-raid ging in Berufung und hat noch zwei Eisen im Feuer. Allerdings mussten sich Nasser Al-Attiyah (nach einem Überschlag) und Mikko Hirvonen (nach etlichen Navigationsproblemen) erhebliche Zeitverluste gutschreiben lassen.

toyota-gazoo-racing-sa-s-hilux-for-dakar-2016Ganz in ihrem Element waren dagegen Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz im Hilux von Toyota Gazoo Racing South Africa. Auf der Königsetappe von Belén nach La Rioja trieben die beiden ihren ‚Bakkie‘ bravourös über die legendären Dünen von Fiambala. Zwar verloren ‚GdV‘ und ‚DvZ‘ auf den überlegenen Peugeot von Stephane Peterhanse über 26 Minuten, doch das Hilux-Duo machte auf die unmittelbaren Konkurrenten enorm viel Boden gut. Dabei kämpften Giniel und Dirk nicht nur mit der extrem schwierigen Navigation. Auch ein Reifenschaden und eine gebrochene Antriebswelle mussten zwischendurch repariert werden. Der Sprung auf den dritten Platz der Gesamtwertung belegt die hervorragende Arbeit des erfahrenen Duos. Kein Wunder also, das Dirk von Zitzewitz in seinem Blog noch drei spannende Etappen vorhersagt: „Wir mussten eine gebrochene Antriebswelle tauschen, was uns circa 15 Minuten gekostet hat. Dazu noch ein Reifenschaden. Abgesehen davon lief der Tag einwandfrei. Vorallem darauf, dass wir uns nicht verfahren haben wie viele andere bin ich verdammt stolz. Vielleicht mag ich die Fiambala-Stage jetzt noch ein bisschen mehr. Dass wir jetzt wieder so gut im Geschäft um das Podium sind, ist natürlich großartig. Man darf sich nur nicht den Rückstand auf den Führenden anschauen. Über eine Stunde ist schon eine Welt. Man muss aber neidlos anerkennen, das Peugeot in diesem Jahr einen herausragenden Job macht. Aber weder sie noch wir sind schon im Ziel der Rallye Dakar angekommen. Es könnten noch interessante drei Etappen vor uns liegen!“

Auch Toyota-Teamchef Glyn Hall richtet sich auf einen ultraspannenden Schlußspurt ein: „Three stages to go and we have a real race on our hands!“ Toyota Gazoo Racing ist mit dem bärenstarken Hilux plötzlich in einer aussichtsreichen Position im Kampf um die Podiumsplätze!

Für Sheldon Creed im zweiten Gordini ist die Dakar 2016 beendet. Der 18-jährige Youngster steckte auf der achten Etappe nach Problemen mit dem Getriebe an seinem Gordini fest und wurde von zwei weiteren Rallyeautos getroffen. Creed schleppte sein schwer beschädigtes Auto ins Bivak, ließ dabei aber einige Waypoints aus. Die Offiziellen des ASO nahmen Creed daraufhin aus dem Rennen.

Dakar 2016, Zwischenstand nach Etappe 10.
1. Peterhansel/Cottret, Peugeot 2008DKR – 32:44.59 Std.
2. Al-Attiyah/Baumel, MINI All4 Racing – +1:00.00 Std.
3. De Villiers/Von Zitzewitz, Toyota Hilux – +1:12.31 Std.
4. Hirvonen/Perin, MINI All4 Racing – +1:23.51 Std.
5. Poulter/Howie, Toyota Hilux – +1:33.58 Std.
6. Despres/Castera, Peugeot 2008DKR – +1:50.07 Std.
7. Roma/Bravo, MINI All4 Racing – +01:50.25 Std.
8. Vasilyev/Zhiltsov, Toyota Hilux – +1:58.07 Std.
9. Loeb/Elena, Peugeot 2008DKR – +2:27.31 Std.
10. Hunt/Schulz, MINI All4 Racing – +2:28.41 Std.

12. Al Rahji/Gottschalk, Toyota Hilux – +4:32.17 Std.
16. Prokop/Tomanek, Toyota Hilux – +4:56.37 Std.
28. Gordon/Walch, Gordini HST – +10:42.22 Std.
42. Tim Coronel, Maxxis-Suzuki, – +16:38.35 Std.

Die elfte Etappe führt die Teams heute von La Rioja nach San Juan. Wieder wartet Sand in allen Variationen und der berüchtigte Fesh-Fesh auf die Piloten und Navigatoren. Vor allem die Spitzenteams müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Die Entscheidung um den Gesamtsieg steht unmittelbar bevor. Stephane Peterhansel geht heute um 13:27 Uhr als erster auf die 431 Kilometer lange Wertungsprüfung.

Fotos (c) Peugeot Sport Media, DPPI, Red Bull, Toyota Gazoo Racing, Robby Gordon