Dakar 2016: Schlägt Toyota zurück?

Peugeot dominiert die Dakar des Jahres 2016. Doch für die X-Raid MINI’s und die ‚Bakkis‘ von Toyota Gazoo Racing beginnt die zweite Woche mit einem klaren Signal. Der Abstand auf Peugeot muss verkürzt werden. Vielleicht kommt es auf dem Weg nach Rosario doch noch zu einer Sensation!

2016-dakar-rally-day-seven-20160110-022220-700Für Toyota-Teamchef Glyn Hall war der bisherige Verlauf der Dakar enttäuschend. Die drei bärenstarken Hilux galten vor der Rallye als ernstzunehmende Mitfavoriten, doch das schlechte Wetter, die Etappen in der dünnen Höhenluft und auch die sagenhafte Performance der Peugeot 2008DKR machten den ‚Bakkies‘ schwer zu schaffen. In der Gesamtwertung rangiert das Toyota-Werksteam mit den drei V8-Hilux nur auf den Rängen 6, 7 und 8. „Wir haben auf den Höhenetappen sehr viel Zeit verloren“, sagte Giniel die Villiers am Ruhetag. Zwar blieben de Villiers wie auch Leeroy Poulter und Yazeed Al-Rahji von größeren technischen Defekten verschont, doch die dünne Luft auf dem Altiplano forderte die V8-Saugmotoren über Gebühr. Auch Teamchef Glyn Hall ist froh, das die Etappen mit Seehöhen von bis zu 4.500 Metern nun Geschichte sind. Für Hall und das Toyota Gazoo Racing Team beginnt die Dakar erst jetzt. Die drei Hilux wurden komplett durchgecheckt und sind bereit für den Schlußspurt.

P90207211_highRes_2016-dakar-nasser-alAuch beim Team X-Raid konzentriert man sich auf die zweite Hälfte der Dakar. Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah und Navigator Mathieu Baumel im AXION X-raid Team MINI ALL4 Racing sind das bestplatzierte Duo in der MINI ALL4 Racing Familie. Der Katari weiß, das die kommenden Etappen mit Dünen und Sandpassagen durchaus noch Veränderungen bringen können. „Wir haben die erste Woche jetzt abgeschlossen und müssen jetzt schauen, was wir in der zweiten Woche noch erreichen können“, sagte Al-Attiyah im BMW Press Club. Dabei hat Nasser vermutlich auch ein Auge auf Mikko Hirvonen. Der Ex-WRC Pilot ist bei seinem Dakar-Debüt bisher äußerst erfolgreich unterwegs. „Unsere Platzierung ist nicht schlecht. Ich bin zufrieden, dass wir nach der ersten Woche auf Position fünf liegen“, sagte Hirvonen im BMW Press Club. „Wir liegen zwar noch ein bisschen zurück und müssen noch um Plätze kämpfen, aber es liegt noch eine weitere Woche vor uns, und vielleicht passiert da ja noch etwas. Ich habe von den anderen MINI ALL4 Racing Fahrern einige Ratschläge bekommen und sie haben mir schon einiges erzählt; nicht so sehr über das Fahren an sich, sondern mehr darüber, was mich erwartet. Ich komme aus der WRC, und mit dem Wissen, wie schwierig es ist, hatte ich erwartet, dass man hier auch wo immer möglich mit Vollgas fährt. Aber die Jungs haben mir erklärt, dass man das nicht machen kann, weil man nie weiß, was kommt!”

5692c09d1f3ddPeugeot geht natürlich als Favorit in die letzte Woche. Teamchef Bruno Famin will möglichst alle Autos heil ins Ziel bringen. So wie es jetzt in der Gesamtwertung ausschaut, dürfte dieser Plan auch durchaus gelingen. Denn Sebastien Loeb, Stephane Peterhansel und Carlos Sainz fahren bisher eine äußerst erfolgreiche Rallye Dakar. Vor allem Sebastien Loeb sorgte bis zum Ruhetag wohl für die größte Überraschung. Der Elsässer fährt auf dem ungewohnten Terrain einfach nur brilliant und sensationell. Auch die navigatorischen Fähigkeiten von Loebs Copilot Daniel Elena sind überragend. Doch Elenas Meisterprüfung kommt erst noch. In den Dünen von Belén und La Rioja muß der Monegasse äußerst präzise arbeiten. Geht hier etwas schief, dann kann dem Duo Loeb/Elena der Gesamtsieg noch aus den Fingern gleiten. Überhaupt ist der Abstand zum äußerst routinierten Stephane Peterhansel denkbar knapp. Der Dakar-Rekordsieger ist fahrerisch durchaus in der Lage, Sebastien Loeb die Führung bereits heute oder morgen abzunehmen. Der teaminterne Dreikampf sollte also auch noch für ein wenig Spannung sorgen.

Auch für Robby Gordon und Sheldon Creed kommt nun die Zeit, noch eine Attacke zu versuchen. Die Ausgangsposition der Gordini-Piloten läßt allerdings nicht darauf hoffen, das Gordon noch irgendetwas reissen kann. Vielleicht ist ein Etappensieg drin, mehr aber nicht.

Dakar 2016, Zwischenstand vor Etappe 8.
1. Loeb/Elena , Peugeot 2008DKR – 21:46.28 Std.
2. Peterhansel/Cottret, Peugeot 2008DKR – +2.22 Min.
3. Sainz/Cruz, Peugeot 2008DKR – +4.50 Min.
4. Al-Attiyah/Baumel, MINI All4 Racing – +17.36 Min.
5. Hirvonen/Perin, MINI All4 Racing – +32.45 Min.
6. De Villiers/Von Zitzewitz, Toyota Hilux – +33.41 Min.
7. Poulter/Howie, Toyota Hilux – +40.19 Min.
8. Al Rahji/Gottschalk, Toyota Hilux – +42.51 Min.
9. Vasilyev/Zhiltov, Toyota Hilux – +53.46 Min.
8. Spataro/Lozada, Renault Duster – +1:15.45 Std.

18. Prokop/Tomanek, Toyota Hilux – +2:00.56 Std.
24. Creed/Street, Gordini HST – +3:35.37 Std.
28. Gordon/Walch, Gordini HST – +3:47.36 Std.

Heute beginnt der zweite Teil der Rallye Dakar mit der Etappe von Salta nach Belén. Die Gesamtdistanz beträgt 396 Kilometer. 285 Kilometer werden gegen die Uhr gefahren. Dabei ist präzise Navigation der Schlüssel zum Erfolg. Denn nachdem die Teilnehmer die Anden hinter sich gelassen haben, werden die Dünen zahlreicher. Dazu kommen die hohen Temperaturen, die für alle Teams zur Herausforderung werden. Die Startzeit für die achte Etappe ist am Montag um 12:47 Uhr MEZ

Fotos (c) Peugeot Sport Media, BMW Team X-Raid MINI, Toyota Gazoo Racing, Robby Gordon