F1: Die neuen Rivalen
Guten Morgen aus Düsseldorf!
Mit den offiziellen Präsentationen von Ferrari und McLaren haben die großen Mercedes-Rivalen ihre aktuellen Fahrzeuge präsentiert. Beide neuen F1-Boliden finde ich optisch ansprechend. Selbst die Leitblechkapuze des neuen McLaren wirkt gelungen.
Mit dem neuen MP4-25 und dem Weltmeister-Duo Jenson Button und Lewis Hamilton will der britische McLaren-Rennstall in dieser Saison um den Formel-1-Titel fahren. „Die Nummer 1 auf dem Auto ist etwas ganz Besonderes. Aber ich darf nicht mehr daran denken und muss mich auf die Zukunft konzentrieren”, sagte Neuzugang Button am Freitag bei der Präsentation des neuen Rennwagens in Newbury.
Der Titelverteidiger hatte sich gegen das neue Mercedes-Werksteam entschieden und war nach der Übernahme von BrawnGP zu McLaren gewechselt. Die Briten werden auch in diesem Jahr mit einem Mercedes-Motor an den Start gehen. Die Saison beginnt am 14. März in Bahrain. Zum ersten Mal in der Formel-1-Geschichte fahren bei McLaren die Weltmeister der beiden Vorjahre in einem Team. Hamilton hatte den Titel 2008 gewonnen. „Eine starke Fahrerpaarung ist in diesem Jahr sehr wichtig, weil es sehr viele konkurrenzfähige Teams und Piloten gibt”, sagte Hamilton. Teamchef Martin Whitmarsh erwartet „eine enorm harte Saison”, stellte aber klar: „Wir wollen gewinnen.” Seine Jungfernfahrt macht der neue Bolide am kommenden Montag bei den offiziellen Tests in Valencia. Dann treffen die Briten auch erstmals auf die Titelrivalen Ferrari und Mercedes.
Es ist eine Pole Position, für die man sich nichts kaufen kann. Ferrari hat als erstes Team das neue Auto für die Formel-1-Saison 2010 präsentiert, einen Tag früher als McLaren, vier Tage vor Michael Schumachers Premierenfahrt im Mercedes GPW01 und zwei Wochen bevor Sebastian Vettel zum ersten Mal seinen neuen Red Bull RB6 zu Gesicht bekommt. Im letzten Jahr erwies sich Ferraris Vorsprung auf dem Parkett als trügerisches Omen. Die Saison endete im Mittelmaß. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo erwartet von Stefano Domenicalis Mannschaft Wiedergutmachung. „Lasst uns in eine bessere Zukunft blicken.”
Ferrari gab sich bescheiden. In einer Woche, in der beim großen Bruder Fiat Arbeitsplätze gestrichen werden, feiert man besser zurückhaltend. Eines war dem Präsidenten aber ganz wichtig. Ferrari ist wieder ein italienisches Team. Alle Reden wurden in Landessprache gehalten, vom Band lief italienische Musik. Der neue Motorenchef Luca Marmorini ist Italiener, der Technikdirektor Aldo Costa sowieso, und Chefdesigner Nicolas Tombazis, von Geburt eigentlich Grieche, wurde von Montezemolo kurzerhand eingemeindet. „Es ist schön, dass die Amtssprache hier wieder Italienisch ist.” Montezemolo war bemüht, denen sein Vertrauen auszusprechen, die im Vorjahr nur einen Grand-Prix-Sieg abgeliefert haben. „Unser Teamchef Domenicali ist jung, er ist ein Eigengewächs, und er hat Führungsqualitäten gezeigt. Und Aldo Costa hat oft genug Autos gebaut, die Rennen gewinnen können.” Schöne Worte allein werden aber nicht ausreichen. Die Währung in diesem Geschäft ist die Rundenzeit. Der neue Ferrari F10 macht auf der Bühne eine gute Figur, doch erst in einer Woche wird man eine Vorahnung haben, ob Costas Truppe gute Arbeit geleistet hat. „Dann weiß ich, ob ich mich in einem Rennauto wohl fühle”, sagte Neuzugang Fernando Alonso. Costa fasste die Aufgabe des Konstruktionsbüros in einem Satz zusammen: „Dieses Auto muss die Saison 2009 vergessen machen.” Der F10 sieht aus wie eine Stretchversion des alten F60. Mit bloßem Auge sind seine Innovationen nicht erkennbar, sieht man einmal von der hohen Geiernase ab, die erkennbar beim letztjährigen Red Bull abgekupfert ist.
Am Montag beginnen in Valencia die F1-Testfahrten. Mit Spannung wird der erste Rollout des neuen Mercedes GPW01 erwartet. Und natürlich…. Michael Schumacher!
Bis dahin, ein schönes Wochenende!
Textauszüge: F.A.Z. Bildmaterial: AFP, dpa
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