WRC: PortuGEIL!

Der fünfte Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft steht in den Startlöchern. In Portugal wartet auf die Helden der WRC ein Geläuf, das es in sich hat. Denn nach fast 15 Jahren kehrt die Rallye-WM an die Stätten glorreicher Triumphe zurück und trifft auf jede Menge verrückter Fans. Von den aktuellen Piloten kennt keiner die Pisten im Norden des Landes, die von 1973 bis 2001 für reichlich Action gesorgt haben. Die Rallye Portugal hat in diesem Jahr das Potential, echt geil zu werden!

5665-2015_05_12_vwms_portugal_2Volkswagen will in Portugal die Scharte von Argentinien auszuwetzen. Beim Auftakt einer Serie von fünf aufeinanderfolgenden WM-Läufen innerhalb Europas starten erstmals alle drei Volkswagen Teams mit dem Polo R WRC der zweiten Generation. Weltmeister Ogier strotzt vor Selbstbewusstein, denn nach der Niederlage in Argentinien will der Mann aus Gap seinen dritten Portugal-Sieg in Folge. Gelingt der Plan, wäre es Ogiers vierter WM-Erfolg im Land des Fado. Ogier gab vor der Rallye unumwunden zu, das er dann auch den einsamen Rekord von Markku Alén knacken will. Der Finne ist bisher der einzige Pilot, der die Rallye Portugal insgesamt fünfmal gewinnen konnte. Alén war 1975, 1977, 1978, 1981 und 1987 auf Fiat und Lancia siegreich. Ogier gewann die Rallye 2010, 2011, 2013 und 2014 auf Citroen und Volkswagen. Doch Ogier hat einen Teamkollegen, der mit dem portugiesischen WM-Lauf noch eine Rechnung offen hat: Jari-Matti Latvala!

5664-2015_05_12_vwms_portugal_1Der Finne stand 2013 auf dem Podium und ging im vergangenen Jahr unter. Latvala fuhr in ein Schlagloch und überschlug sich anschließend. 2015 ist das Ziel für Latvala und Copilot Anttila klar: Nach drei Nullern in Folge und einem ziemlich enttäuschenden Start in die Saison hat das finnische Volkswagen Duo eine Top-Platzierung in Portugal im Fokus. Am allerliebsten: Ein Sieg! Der interne Zweikampf im VW-Team dürfte damit wieder eröffnet sein und in den mischt sich auch noch der Youngster ein. Andreas Mikkelsen fährt in Portugal ebenfalls die neue Ausbaustufe des Polo R WRC, den Ogier/Ingrassia und Latvala/Anttila bereits seit Jahresbeginn bewegen. Gleichzeitig wurde auch Mikkelsens Polo nach dem Debakel in Argentinien modifiziert. Volkswagen setzt ab der Rallye Portugal eine andere Variante der Einspritzdüsen am 1,6-Liter-Turbo-Motor des Polo R WRC ein. Dazu ist laut technischem Reglement ein Joker notwendig, der die Homologation bestimmter Teile auch während der Saison ermöglicht. In Argentinien hatten defekte Einspritzdüsen die Hoffnungen von Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala auf Top-Platzierungen verhindert.

Auch Ford M-Sport legt in Portugal nach. Fünf brandneue Ford Fiesta WRC wurden in Dovenby Hall aufgebaut. Unter dem unveränderten Karrosseriekleid werkelt ein völlig neu entwickelter Motor und ein neuer Antriebsstrang. Dabei soll der neue Fiesta mit besserem Drehmoment und deutlich verbesserter Performance in den niedrigen Gängen und aus Kurven heraus überzeugen. Zwei der neuen Autos sind für die Werksfahrer Elfyn Evans und Ott Tänak reserviert, die übrigen drei Fahrzeuge werden von Lorenzo Bertelli, Martin Prokop und Robert Kubica eingesetzt. Robert Kubia ist also nach seinem argentinischen Time Out wieder dabei. Und diesmal in den Farben von M-Sport! Sein RK World Rally Team kooperiert eng mit der britischen Crew um Teamchef Malcolm Wilson. Bleibt zu hoffen, das der Pole auf den auch für ihn neuen Wertungsprüfungen nicht allzuviel kaputt macht. Die legendäre ‚Fafe‘ kennt Kubica aber bereits vom Rallye-Sprint 2013

140402_04_554Auch Citroen will in Portugal wieder ganz vorn mitmischen. Argentinien-Sieger Kris Meeke geht mit einem an Vorderachse und Aerodynamik weiterentwickelten DS3 an den Start. Auch Hyundai scheint gut augestellt zu sein. Im April leistete sich das Team aus Alzenau einen sechstägigen Test in der Region rund um das Rallyezentrum Porto. Allerdings kämpfen die Verantwortlichen von Hyundai Motorsport um die Zukunft von Thierry Neuville. Der Belgier hat zwar einen gültigen Vertrag bis 2016, wird aber heftig von M-Sport umworben. Auch Citroen könnte, sofern das Rallyeprogramm nicht ausläuft, an einem Engagement des extrem schnellen Neuville interessiert sein. Denn bei Hyundai, so habe ich den Eindruck, geht es im Moment nur sehr zäh voran. Der neu i20 WRC soll nun erst bei der Monte 2016 debütieren.

Thierry-Neuville---Rally-Portugal-2014Die Rallye Portugal verspricht also jede Menge Spannung, dafür sorgen 352 WP-Kilometer mit 16 Sonderprüfungen, die bei Rallyefans der Old School Kategorie einen sagenhaften Klang haben. Los geht es bereits heute am frühen Abend mit der ersten WP ‚Lousada‘, die um 20:01 Uhr MESZ gestartet wird. Am Freitag folgt zweimal der 27,53 Kilometer lange WP-Klassiker ‚Ponte de Lima‘ (Startzeit 10:40 Uhr und 15:50 Uhr MESZ) bevor am Samstag 6 weitere WP’s zu bewältigen sind. Am Sonntag folgt dann der absolute Höhepunkt der Rallye Portugal. Gleich zweimal müssen die 90 Teams, darunter 15 WRC-Autos, über die 11,15 Kilometer lange und längst unsterblich gewordene ‚Fafe Lameirinha‘ mit der legendären Kuppe des ‚Salto Da Pedra Sentada‘. Und spätestens hier werden unzählige Rallyefans der WRC einen Empfang bereiten, den es in der Welt des Rallyesports nur in Portugal gibt. Ein kleiner Vorgeschmack…

WRC Plus liefert von der Rallye Portugal vier Live Stages: WP 1 heute ab 20:00 Uhr, WP 8 am 23. Mai um 09:45 Uhr, WP 11 am 23. Mai um 15:30 Uhr und die WP 14 am 24. Mai ab 09:00 Uhr. Sport 1, Sport 1+ und Motors TV sind ebenfalls in Portugal und berichten in Zusammenfassungen bzw. senden Livebilder von der Power Stage.

150427rallye2Auch für Skoda ist die Rallye Portugal von besonderer Bedeutung. Der Fabia R5 feiert Premiere und gilt bereits vor seinem Auftritt als das modernste R5-Auto der WRC2-Klasse. Mit Esapekka Lappi und Pontus Tiedemand schicken die Tschechen zwei Piloten in die Wertung, die ihre Klasse längst unter Beweis gestellt habe. Lappi, Tidemand und die zwei Skoda Fabia R5 Werkswagen bereiten allerdings einigen Mitbewerbern Sorgenfalten. Der Einsatz des Skoda Werksteams könnte das Kräfteverhältnis in der WRC2 auf Dauer gefährden. M-Sport Boss Malcolm Wilson sieht dem mit vollem Budet ausgestatteten Einsatz der tschechischen VW-Tocher entsprechend kritisch entgegen: „Ich hoffe, dass dadurch diese tolle Serie nicht kaputt gemacht wird. Ein mit zwei Profis aufgestelltes Werksteam sollte nicht in solch einer Meisterschaft mehrere Läufe bestreiten und um den Titel fahren!“

Fotos (c) Volkswagen Motorsport, Hyundai Motorsport , Citroen Racing, Skoda Auto Deutschland

3 Kommentare

  1. MBTechnikDUS

    VW klotzt ja sowas von… Das Wilson ein wenig pikiert auf den Werkseinsatz des Fabia R5 Pärchens reagiert, lässt sich nachvollziehen. Die pumpen enorm viel Geld in das Projekt, da kann ein Privatier keinesfalls mithalten. VW kennt selbst in der WRC2 keine Gnade! 🙁

  2. BMW Freunde Derendord

    Wie geil ist das denn 😉

  3. I♡Monroe

    HAMMER!!!

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