Indycar: Sorgen vor dem Indy 500!

Scott Dixon steht auf der Pole, Simona de Silvestro qualifizierte sich für den 19. Startplatz und hier in Basel, aber auch bei den Kollegen in Düsseldorf, ist die Indy500, Burger & Beer Party längst ausgebucht. Das 99. Indy 500 steht vor der Tür. Allerdings machen sich Sorgenfalten breit.

Das Training und das Qualifying zum legendären Rennen im Nudeltopf war überschattet von schweren Unfällen. Im freien Training fing Simonas Andretti-Honda Feuer. Die Thunerin kam zwar ohne Blessuren aus dem Auto, hat aber nach Texas 2010 und Indy 2011 keine Lust mehr auf Rauch und Flammen: „Jetzt habe ich genug vom Feuer, das dritte Mal bringt es mir hoffentlich Glück“, sagte Simona dem Schweizer Blick. Viel heftiger waren dageben die Abflüge von Helio Castroneves, Josef Newgarden, Ed Carpenter und James Hinchcliffe. Am Schmidt-Honda von Hinchcliffe kam es zu einem Aufhängungsbruch, der Bolide trudelte in die Begrenzungsmauer, geriet beinahe in einen Überschlag, blieb dann aber auf den Rädern stehen. Ein Querlenker bohrte sich in das Cockpit und verursachte beim 28-jährigen Kanadier schwere Verletzungen an Beinen und Becken. James wurde noch auf der Strecke notversorgt und nach der Bergung ins Methodist Hospital eingeliefert. Zeitweise bestand beim Kanadier Lebensgefahr, inzwischen hat sich Hinchcliffes Zustand aber deutlich verbessert. Für James Hinchcliffe ist allerdings nicht nur die Teilnahme am Indy 500 geplatzt. Der Kanadier wird, so berichten US-Medien, in diesem Jahr vermutlich keine Rennen mehr fahren.

Sorgen bereiteten auch die Unfälle von Helio Castroneves, Josef Newgarden und Ed Carpenter, die mit bösen Überschlägen endeten. Gottseidank kamen die Piloten mit dem Schrecken davon. Die Indycar-Offiziellen reagierten und verordneten den Teams einen niedrigeren Ladedruck, der etwa 40 PS kostet und den Speed ein wenig reduzieren soll. Doch das Kernproblem der ‚Airtime‘ ist noch längst nicht geklärt. Gerüchte machen die Runde, das es am Indy 500 Aero Kit eine noch nicht näher definierte Schwachstelle geben könnte. Man kann nur hoffen, das die Unglücksserie reisst und es am Renntag nicht zu weiteren schweren Unfällen kommt.

Am kommenden Sonntag erlebt das Oval von Indianapolis nicht nur ein spektakuläres, spannendes und hoffentlich auch sicheres Rennen. Den Zuschauern wird auch ein echter Leckerbissen des historischen Motorsports präsentiert. Vor dem großen Rennen bricht ein Automobil zur Ehrenrunde auf, das vor einhundert Jahren Indy 500 und Motorsportgeschichte geschrieben hat.

Mercedes Benz Grand-Prix-Rennwagen kehrt zurück!

Der Mercedes-Benz Grand-Prix-Rennwagen, mit dem Ralph DePalma am 31. Mai 1915 das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis gewinnen konnte, kommt nach einhundert Jahren wieder zurück an die Stätte des Erfolges und wird im Vorprogramm der Indianapolis 500 eine Runde auf dem berühmten Ovalrennkurs zu absolvieren.

Es handelt sich um das originale Siegerfahrzeug, mit dem Christian Lautenschlager den Grand Prix von Frankreich im Jahr 1914 gewinnen konnte. Rennfahrer Ralph DePalma verhandelte seinerzeit mit Paul Daimler und kaufte direkt nach dem Grand Prix das Fahrzeug für 6.000 US Dollar. Ab August 1914 setzte DePalma seinen Mercedes-Benz erfolgreich in Nordamerika ein und fuhr 1915 beim ‚International Indianapolis 500-Mile Sweepstakes Race‘ zum Sieg. Ralph DePalma und sein Beifahrer Louis Fontaine gewannen die 500 Meilen von Indianapolis vor einhundert Jahren in 5 Stunden, 33 Minuten und 55 Sekunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 144,58 km/h, nachdem er von der 135. Runde bis zum Ende des Rennens in der 200. Runde in Führung lag.

Entwickelt wurde dieses Fahrzeug von den Ingenieuren der Daimler-Motoren-Gesellschaft für das rund 750 Kilometer lange Rennen um den Großen Preis von Frankreich 1914 in Lyon. Weil der Hubraum für den Großen Preis auf 4,5 Liter beschränkt war, erhielt der Mercedes Grand-Prix-Rennwagen einen völlig neu konstruierten Vierzylindermotor mit oben liegender Nockenwelle und vier Ventilen pro Zylinder, eine Premiere in einem Mercedes-Motor. Der Rennmotor mit Königswellenantrieb leistete trotz des drastisch reduzierten Hubraums bis zu 106 PS, nicht zuletzt dank der revolutionär hohen Drehzahl von 3.100/min. Die Mercedes-Ingenieure setzten beim neuen Grand-Prix-Rennwagen außerdem auf Gewichtsersparnis und eine aerodynamisch optimierte Karosserie.

Der Mercedes Grand-Prix-Rennwagen gilt auch heute noch aufgrund seiner herausragenden Konstruktionsdetails und seiner bahnbrechenden Erfolge als einer der wichtigsten Rennwagen überhaupt.

Fotos (c) GM Media, LAT, Daimler-Benz AG

1 Kommentar

  1. BAE146

    Haben die Aero Pack Erfinder ihre Ideen auch mal rückwärts in den Windkanal gestellt? Da liegt vermutlich ein fieser Designfehler vor, schätze ich.

    Hoffe auf ein sicheres Indy500!

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