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F1: Hochspannung vor dem Saisonstart

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Gerade einmal zwei Tage trennen uns noch von jenem Moment, auf den die Motorsportwelt gewartet hat. Am Freitag um Acht Uhr beginnt die neue Formel Eins Saison und Michael Schumacher steigt wieder in den Wettbewerb der Sonntagsfahrer ein!

Zeit, einmal einen Blick auf die Rivalen der Rennbahn zu werfen. Das mache ich in diesem Jahr allerdings ohne großen technischen Firlefanz und ohne die Auflistung aller aerodynamischen Gimmicks und Gadgets. Meine geschätzt 35. Formel 1 Saison (gut, in den vergangenen Jahren bin ich meist nach der fünften Runde vorm TV eingeschlafen, die zähl ich aber trotzdem mit) erwarte ich mit Hochspannung. Michael Schumacher kommt zurück und ich finde das gut! Diejenigen, die mich näher kennen haben sich in den vergangenen Wochen die Augen gerieben, sich gekniffen oder mir Altersdemenz unterstellt. Richtig, ab Anfang der Neunziger gehörte ich zu den Schumacher-Kritikern. Ein paar Jahre später war er für mich ein rotes Tuch, im wahrsten Sinne des Wortes. Nach jedem Schumi-Titel kramte ich das alte Zitat von Walter Röhrl hervor, der einmal sagte: In das Auto kannst Du einen dressierten Affen setzen und der gewinnt auch. So gingen die Jahre ins Land, bis vor einigen Wochen. Ross Brawn holte in alter Blues-Brothers Manier die Band wieder zusammen und Schumacher wirkte wie ausgewechselt. Keine flachen Worthülsen mehr, kein aufgesetztes Grinsen, dafür Spaß bis über beide Ohren. Selbst Schumachers PR-Dame Sabine Kehm war vor den Kameras, die Schumis Testläufe beobachteten, aufgekratzt, aufgeregt und fernab jener überlegt geplanten Kontrolliertheit. Das hat mich überrascht und überzeugt. Der Mercedes-Schumi ist ein anderer als der Ferrari-Schumi! Und ich bin, ob Ihr es glaubt oder nicht, vom Saulus zum Paulus mutiert und seit ein paar Wochen Schumachers Fan geworden! Danke für euer Verständnis….

Nun aber zu meinen ganz persönlichen Formel 1 Ausblick auf die Saison!

 

McLaren-Mercedes

Der amtierende Weltmeister Jenson Button mit Lewis Hamilton in einem Team. Kann das gutgehn? Das teaminterne Konfliktpotential dürfte hoch sein. Technisch und organisatorisch ist McLaren Top. Ich frage mich allerdings, ob Button genug Motivation im Fight gegen Hamilton hat. Wenn ja, steht uns Hochspannung ins Haus. Dann werden beide McLaren Piloten im Kampf um die WM ganz vorn dabei sein, mit einem kleinen Plus für Button!!

 

Mercedes Grand Prix

Schumacher, Rosberg, Mercedes. Das deutsche Dream-Team will den Titel, wenn auch noch nicht 2010. Alle Augen werden sich auf Schumi richten und dank der neuen Regeln werden am Freitag in Bahrain alle Piloten bei Null anfangen. Ich gebe Schumacher vier Rennen, spätestens in Barcelona steht der Kerpener auf dem Podest. Rosberg hat’s da weitaus schwerer, doch einen Vorteil hat der Schumi-Hype. Nico wird sich im Medienschatten zu einem starken Fahrer weiterentwickeln. Klarer Fall: Punkte, Siege und im nächsten Jahr gehts um den Titel.

 

Red Bull Renault

Was haben wir nicht alles gehört im Winter… Vettel wird der kommende Weltmeister und so weiter. Das mag schon sein, allerdings nicht in diesem Jahr. Vettels Titelambitionen werden sich am Renault-Triebwerk aufhängen, das ich nachwievor für die Schwachstelle des Teams halte. Vettels Teamkollege Webber wird in diesem Jahr zum braven Sekundanten. Mehr nicht.

 

Ferrari

Felipe Massa ist zurück. Fernando Alonso neu dabei. Auch bei Ferrari sehe ich teamintern echtes Konfliktpotential, sollte Massa die Folgen seines Unfalls vollständig überwunden haben. Die Erfahrung und der Speed der Ferrari-Piloten ist weltmeisterlich. Auch technisch sollte es in Maranello aufwärts gehen. Funktioniert bei den Roten alles reibungslos, ist Alonso ein heißer Titelkanditat.

 

Williams Cosworth

Das Team macht mir Spaß. Nicht zuletzt dank Nico ‘The Hulk’ Hülkenberg. Der 22-jährige Junge aus Emmerich debütiert in der Formel 1 und trifft auf Rubens Barrichello. Die Mischung aus unbekümmertem Speed und großer Erfahrung leidet allerdings unter den begrenzten Möglichkeiten des Teams. Trotzdem, Barrichello und Hülkenberg werden uns in dieser Saison mit Kampfgeist unterhalten und vielleicht springt sogar das eine oder andere Podiumsplätzchen heraus.

 

Renault

Eigentlich ist Renault kein Werksteam mehr sondern gehört einer luxemburgischen Investmentfirma. Robert Kubica hält sich nach dem BMW-Rückzug über Wasser, denn Neueinsteiger Vitali Petrov bringt die Russenrubel ins Team. Ob das Geld allerdings reicht, um technisch Schritt zu halten? Ich glaube nicht! Kubica wird sich lang machen müssen im Kampf um Punkte. Gut für den Polen, das jetzt bis runter zum zehnten Platz die begehrten Zähler vergeben werden. Und Petrov? Schwamm drüber….

 

Force India Mercedes

Adrian Sutil und Tonio Liuzzi können auf ein weiter verbessertes Auto zurückgreifen. Sutil muss in diesem Jahr allerdings zeigen was er drauf hat, denn das Team hat technisch gute Chancen, im Mittelfeld regelmäßig Punkte abzugreifen. Liuzzi sehe ich unter großem Druck von Paul Di Resta. Der Schotte und dritte Mann bei Force India drängt auf einen Stammplatz. Läuft alles perfekt, hat Force India sogar Chancen aufs Podium.

 

Toro Rosso Ferrari

Toro Rosso hat über den Winter kräftig aufgestockt. Sebastien Buemi und Jaime Alguerssuari sitzen in Dienstwagen, die durchaus für Überraschungen gut sind. Buemi hat Potential und dürfte den Teamkollegen im Griff haben. Für Buemi sind Punkte in Reichweite. Für Jaime mit dem kompilzierten Nachnamen wird die Saison ein Lehrjahr.

 

Lotus F1 Racing Cosworth

Lotus Reloaded, mit malaysischem Kapital. Jarno Trulli und Heikki Kovalainen stehen vor einer schwierigen Saison. Quali-King Trulli und der konstant fahrende Kovalainen werden den Lotus aber Rennen für Rennen weiter entwickeln und, so hoffe ich, irgendwann im Laufe der Saison kommt der Grand Prix, bei dem plötzlich ein Lotus im Punkte-Mittelfeld auftaucht. Lotus hat für mich das beste Debüt-Paket.

 

HRT - Hispania F1 Cosworth

Der Last-Minute Deal mit Colin Kolles und frisches Geld sicherte den Spaniern einen Platz in Bernies F1-Zug. Bruno Senna und der Inder Karoun Chandhok sind allerdings ohne Testfahrten chancenlos. Keine guten Voraussetzungen für ein Team, das finanziell eher schwindsüchtig ist. Die Zielankunft wäre schon ein Erfolg.

 

BMW Sauber F1 Team

Ja, richtig. Saubers F1-Truppe schmückt sich immer noch mit den drei Buchstaben aus München. Das ist gut für die Prämien, denn das technische Paket wurde von Aussteiger BMW mitfinanziert. Befeuert werden die Sauber-Renner allerdings mit Ferrari-Motoren. Kamui Kobayashi und Rückkehrer Pedro De La Rosa bilden eine gute Mischung. Kobayashi kann beeindruckende Rennen abliefern und ist schnell. Der Japaner wird sich durchsetzen. Brauchbar war auch der Einstieg von Pedra De La Rosa. Für Saubers Truppe heißt das Ziel: Punkte sammeln. Und das düfte drin sein!

 

Virgin Racing Cosworth

Dick Bransons neustes Hobby wird sich etablieren müssen. Der Auftakt während der Tests war schließlich nicht so prickelnd, doch Timo Glocks Erfahrung sollte sich im Rennbetrieb auszahlen. Luca De Grassi gehört zu der Sorte aufstrebender Brasilianer, die mittelfristig auch für gute F1-Cockpits in Frage kommen. Fahrerisch ist der Newcomer gut besetzt. Im Kampf um Punkte wirds aber schwer.

 

Ganz klar, die F1-WM 2010 birgt Hochspannung. Allerding haben wir am Wochenende noch ein paar andere Veranstaltungen, die Aufmerksamkeit verdienen. In Adelaide treten die V8 Supercars erstmals vor heimischem Publikum an und die Indy Car Series startet in Sao Paulo in die Saison. Morgen gibts dann mehr dazu sowie auch das komplette TV-Listing fürs Wochenende.

Bis dahin, einen schönen Tag noch!

WTCC: Saisonauftakt gelungen

Guten Morgen aus Düsseldorf! 

Jetzt laufen sie wieder und das sogar ganz ordentlich! Ich meine natürlich die Tourenwagen der WTCC, die gestern in Curitiba zum Saisonauftakt ausgeführt wurden.

19 Autos starteten den ersten Lauf auf regennasser Piste. Die Chevrolet Blue Man Group ließ sich nicht lange bitten und dominierte den Sprint bis zum Zieleinlauf. Der Dreifach-Triumpf von Yvan Muller, Rob Huff und Alain Menu bewies, das Team von RML hat den Chevy Cruze über den Winter perfekt vorbereitet. Neuzugang Yvan Muller spielte auf der schlüpfrigen Piste seinen ganzen Erfahrungsschatz aus und das Chevy-Trio ist DER Favorit im Kampf um den WM-Titel. Seat und Titelverteidiger Gabriele Tarquini schlugen allerdings im zweiten Lauf zurück. Der Italienier holte sich auf trockener Strecke den zweiten Laufsieg des Tages und war natürlich happy. Schließlich kam der amtierende Weltmeister erst kurz vor knapp ins SR-Team und die Vorbereitungen seines Seat TDI Dienstwagens fielen entsprechend kurz aus. Was mich aber am meisten gefreut hat, waren die Leistungen im hinteren Teil des Feldes. Überraschend stark fuhr Seat Neuzugang Freddy Barth auf den neunten Rang vor Norbert Michelisz, der in Curitiba ebenfalls ein Klassedebut ablieferte.

Auch im zweiten Rennen des Tages zeigten die Privatiers eine gute Leistung. Norbert Michelisz lief als Neunter ein und Mehdi Bennani kam, nach seinem Pech im ersten Lauf, als Zwölfter ins Ziel. Auch der Auftritt von Daryl O’Young und Harry Vaulkhard war so schlecht nicht. Die Piloten des britischen Bamboo Racing Teams lieferten mit ihren Chevrolet Lacetti Jahreswagen eine grundsolide Leistung ab. Bamboo Racing hat übrigens einen ganz besonderen Fan: Harry, ein niedlicher kleiner Stoffteddybär, hat’s inzwischen sogar bis Facebook geschafft!

 

Und BMW? Nach den Bestzeiten im Warm Up sah alles noch gut aus für Andy Priaulx und Gustl Farfus. Im ersten Heat des Tages reichte es allerdings nur zum fünften (Priaulx) und sechsten (Farfus) Platz. Beim Start zum zweiten Lauf schlug das Pech dann zu. Priaulx kollidierte mit Coronel und schied mit beschädigter Vorderradaufhängung aus. Gustl Farfus entkam dem kleinen Startgetümmel und attackierte kräftig. Am Chevrolet von Rob Huff gab es allerdings kein Vorbeikommen und so blieb für den Curitiba Home Boy nur der sechste Platz. Die kompletten Ergebnisse von Lauf 1 und Lauf 2 habe ich verlinkt.

Übrigens, heute wird die FIA eine Stellungnahme zum abgesagten WM-Lauf in Puebla veröffentlichen. Die Hoffnungen für einen Ersatz, vielleicht sogar ein WTCC-Rennen in Zandvoort, schwinden allerdings. Mal abwarten, was die Verantworlichen heute verlautbaren! Der Saisonauftakt der WTCC war eine gelungene Sache. Zwei durchaus spannende Rennen lieferte Eurosport allerdings eher halbherzig auf die Bildschirme. Da überträgt Eurosport die WTCC schon zeitversetzt und dann müssen die Fernsehfritzen noch jede Menge Werbung (besonders im zweiten Lauf) in die Übertragung packen. Uncool, überflüssig und ärgerlich!

Und dann war da noch….

 

Die NASCAR in Atlanta. Das hochdramatische Finale zwischen Kurt Busch und Matt Kenseth habe ich traditionell als Race Rewind Video im Blog. Das komplette Ergebnis natürlich auch.

Das war es auch schon für heute. Morgen gönne ich mir noch einen Tag Blogpause, bevor es dann wieder richtig los geht. Meine kleine und unmaßgebliche Formel 1 Übersicht kommt am Mittwoch.

Bis dahin, einen schönen Tag noch!

F1: StefanGP gebannt

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Nach einer Stippvisite auf dem Genfer Autosalon bin ich wieder im Dorf. Jetzt ein sonniges Wochenende…. Doch ein Blick nach draussen sagt mir, der Winter ist zurück. So ein Ärger!

Die FIA veröffentlichte vor einigen Tagen die Nennliste der mit Hochspannung erwarteten Formel Eins Saison. USF1 ist abgetaucht und will sich nun um einen Startplatz für die Saison 2011 bewerben. Naja, ein Schelm wer Böses dabei denkt. Die Pläne, endlich ein reinrassiges US-Formel 1 Team auf die Beine zu stellen, scheiterten kläglich! Ich glaube, ohne den Rückhalt der ganz Großen des US-Motorsports wie Penske, Rahal und Andretti wird das nie etwas mit einem US-Formel 1 Team. Aber die Amis haben bekanntlich anderer Prioritäten im Motorsport!

Das bisher glücklose Campos-Team mutierte dank dem umtriebigen Colin Kolles nun zu HRT - Hispania Racing Team. Bruno Senna und der Inder Karun Chandhouk stehen als Piloten fest. Recht amüsant auch die Wortspielereien bei Sauber, die ja bekanntlich mit Ferrari-Motor ausrücken. Offiziell heißt die Truppe aus Hinwil immer noch BMW Sauber F1 Team. Grund: Kohle! Der Namenszusatz BMW sichert Peter Sauber einen Anteil am gut gefüllten FOM-Geldtopf. StefanGP wurde in der Nennliste nicht berücksichtigt. Und dann bin ich auch schon wieder beim Ärgern! Selbst mein Wackeldackel auf der Hutablage schüttelt den Kopf und fragt sich nach dem Warum? Der Außenauftritt des Teams von Zoran Stefanovic machte auf mich zumindest einen halbwegs seriösen Eindruck. Allerdings ist mit zwei Toyota-Chassis, ein paar aufgearbeiteten Motoren und einigen Schraubern aus Marsdorf nicht viel Staat zu machen, dazu Kazuki Nakajima als Fahrer und ein PR-Wirbel um das Engagement von Jacques Villeneuve. Die FIA hatte aber wohl noch den Ausstieg von SuperAguri und den damit verbundenen PR-Gau im Hinterkopf und gab den Serben keine Chance. Ich hätte mir eine bessere Lösung vorstellen können. Die FIA sollte ihren unfehlbar weisen Ratschluss einmal auf die Probe stellen. Warum kann nicht einfach der erste Wintertest für die Nennliste genutzt werden. Neulinge, die die Sicherheitsstandarts erfüllen und eine festzulegende Vorqualifikationszeit und -distanz erreichen, sind dabei. Aber vielleicht wäre das ja zu einfach für das F1 Big Business….

 

Die WTCC-Kutscher gaben in Curitiba bereits Gas, da kam die Meldung rein, das das Rennen in Puebla abgesagt wird. Die für den 11. April angesetzten Läufe 3 und 4 könnten aber durch einen Ersatztermin (Zandvoort?) abgefangen werden. Die FIA macht Sicherheitsprobleme für die Absage verantwortlich und will sich am kommenden Montag dazu äußern. Sollte die WTCC in Zandvoort fahren, fänd ich das richtig Klasse. Gustl Farfuß sicherte sich bei der gestrigen Testing-Session die beste Zeit. Wie erwartet stark war die Chevy-Cruze Flotte unterwegs. Alain Menu war zweitschnellster. Yvan Muller fuhr die fünftbeste Zeit vor Rob Huff. Einen guten Job machte auch der britsche Bamboo-Racing Newcomer. Mit dem alten Chevrolet Lacetti fuhr Darryl O’Young auf den elften Platz. Das komplette Timing vom Freitag gibt es hier. Ich kann mir gut vorstellen, das wir in Curitiba einen packenden Tourenwagen-WM Saisonauftakt erleben werden. Deshalb noch einmal die TV-Zeiten der WTCC fürs Wochenende!

 

Samstag, 6. März

  • 20:00 Uhr - WTCC Qualifying, Curitiba, Eurosport LIVE

Sonntag, 7. März

  • 14:15 Uhr - WTCC Warm Up, Curitiba, Eurosport LIVE
  • 19:45 Uhr - WTCC Rennen 1, Curitiba, Eurosport Aufz.
  • 20:30 Uhr - WTCC Rennen 2, Curitiba, Eurosport Aufz

Zum Schluß noch ein Blick in die USA. Dort findet am Sonntag das Kobalt Tools 500 auf dem Atlanta Motorspeedway statt. Der Junior holte sich die Pole vor Kyle Busch und Juan Pablo Montoya. Hier das komplette Lineup. Start des Rennens ist Sonntagabend um 19:15 Uhr.

 

Ich freu mich auf das abendliche WTCC-Programm heute und morgen und wünsche ein schönes Wochenende!

WTCC: Saisonstart in Curitiba

 

Guten Morgen aus Düsseldorf!

 

Real Cars, Real Racing… am Wochenende gehts endlich wieder los mit der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Zwar startet die WTCC ein wenig gerupft ins erste Saisonrennen, doch die Serie hat die Krisen und den Winter relativ gut überstanden.

Der, aus meiner ganz persönlichen Sicht, größte Verlust ist Alex Zanardi. Der Held aus unzähligen Indycar- und Tourenwagenduellen, ein Vorbild an Motivation und Energie, hat sich leise aus der WTCC verabschieden müssen. Der 43-jährige Italiener und BMW trennten sich über den Winter. Eine Situation, die undenkbar schien, ist nun doch Realität geworden, eine WTCC-Saison ohne Zanardi. Ich bin mir aber sicher, das ‘Pineapple’ auf der einen oder anderen Rennstrecke wieder auftauchen wird. Außerdem verfolgt Zanardi ein weitere Ziel: Den Start bei den Olympischen Spielen 2012. Auch Jörg Müller wird der WTCC in diesem Jahr fehlen. Der Aachener ist zwar ein prominenter Abgang, bleibt aber BMW treu und fährt den spektakulären M3 auf der Langstrecke.

Einzig Gustl Farfuß und Andy Priaulx halten die BMW-Fahnen in diesem Jahr hoch. Im neu gegründeten BMW Team RBM des Belgiers Bart Mampaey profitieren Priaulx und Farfuß vom Werksmaterial und der Infrastruktur des bayerischen Autobauers. Durch die Werksunterstützung zählen Priaulx und Farfuß natürlich zum Favoritenkreis. Im Kampf um den Titel werden es die BMW-Kutscher in diesem Jahr aber schwer haben.

Ähnlich wie BMW geht auch Seat in diesem Jahr andere Wege. Der spanische Automobilhersteller hat sich offiziell aus der WM verabschiedet. Die bärenstarken Seat Leon 2.0 Turbodiesel fahren 2010 unter der Flagge von SR-Racing, dahinter verbirgt sich das Sun Red Team aus Martorell nahe Barcelona. Sun Red war bereits mit Tom Coronel in der WTCC aktiv und übernimmt nun quasi das Werksmaterial. Weltmeister Gabriele Tarquini, Tom Coronel, Tiago Monteiro und Jordi Gene bewegen die Turbos in dieser Saison. Dazu stoßen der Schweizer Fredy Barth und der dänische Tourenwagenmeister Michael Nykjaer. Ich bin gespannt, ob sich der Streit um den Ladedruck des Seat Leon in diesem Jahr fortsetzen wird und ob es Tarquini gelingt, im Kampf um den Titel ein paar Wörtchen mit zu reden. Der Weltmeister musste um seinen Platz bei SR-Racing sehr lange zittern, ist aber nun doch mit dabei.

Bei Chevrolet hat sich über den Winter nicht allzu viel verändert. Der glücklose Nicola Larini nahm seinen Hut bzw. Helm und wurde durch Yvan Muller ersetzt. Rob Huff und Alain Menu blieben dem Team treu. Der Chevrolet Cruze ist inzwischen ein ausgereiftes Sportgerät und das Fahrertrio hat nach meiner Einschätzung das größte Potential. Chevrolet sollte man dieses Jahr auf der Rechnung haben! Drei Top-Autos, drei Top-Piloten und ein Rob Huff, der heiß auf den Weltmeistertitel ist.

Mit Bamboo-Racing betritt ein neues Team die WTCC-Bühne. Die Briten setzen zwei Chevrolet Lacetti ein. Harry Vaulkhard und Darryl O’Young werden sich unter den WTCC-Privatteams durchsetzen müssen. Der Brite Vaulkhard kommt aus der britischen Tourenwagenmeisterschaft. Darryl O’Young, ein in Vancouver geborener Chinese, fuhr im vergangenen Jahr den Porsche Carrera Cup Asia und holte dort drei Gesamtsiege. Die Bamboo-Racing Piloten können also Auto fahren.

Bei Wiechers Motorsport treffen wir in diesem Jahr auf Mehdi Bennani. Der Marokkaner machte in der letzten Saison mit zwei starken Auftritten (Casablanca, Pau) auf sich aufmerksam und erhält 2010 den Wiechers-BMW 320si für die gesamte Saison. Auf Bennanis Resultate bin ich gespannt. Der Marokkaner kann durchaus zu einer Überraschung fähig sein.

Auch Franz Engstler ist in diesem Jahr wieder mit dabei. Engster und der Russe Andrej Romanov steuern die Liqui-Moly BMW 320si. Sergio Hernandez und Stefano D’Aste fahren 2010 den BMW 320si der italienischen Scuderia Proteam Motorsport. Komplettiert wird das 21-Wagen Feld mit Kristian Poulsen und Marin Colak. Poulsen setzt 2010 wieder auf seinen privat eingesetzten BMW. Colak steuert den einzigen Seat Benziner im Feld.

Lada hat sich kurz vor Saisonbeginn komplett aus der WTCC verabschiedet. Eigentlich schade, denn die Lada Priora gaben der Serie den rustikalen Touch. Nun gut, James Thompson übernimmt fürs Erste den TV-Kommentator-Job bei Eurosport GB und plant zwei WTCC-Einsätze in Monza und Brands Hatch mit einem Honda Accord des dänischen Teams Hartman Racing

Ganz neu in diesem Jahr ist das von der Formel 1 übernommene Punktesystem. Für den Sieg gibt es nun 25 Punkte, der zehnte Platz wird noch mit einem Punkt belohnt. Man kann darüber streiten, ob das neue Punktesystem gut ist oder nicht. Ich finde es okay und nun kann es auch endlich losgehen.

Die WTCC Termine 2010

  • 7. März - Curitiba
  • 11. April - ? ? ?
  • 2. Mai - Marrakesch
  • 23. Mai - Monza
  • 20. Juni - Zolder
  • 4. Juli Portimao
  • 18. Juli - Brands Hatch
  • 1. August - Brünn
  • 5. September - Oschersleben
  • 19. September - Valencia
  • 31. Oktober - Okayama
  • 21. November - Macau

Der Traditionskurs von Pau ist nicht mehr im Kalender enthalten. Nach dem dummen Safety-Car Zwischenfall des Vorjahres hat die FIA den Traditionskurs zu recht aus dem Kalender genommen. Marrakesch und Macau sind als Stadtkurse übrig geblieben. Ich finde, das reicht auch. Gut ist auch die Entscheidung, das portugiesische Rennen in Portimao abzuhalten. Die Strecke ist Klasse! Mein persönliches WTCC-Highlight in diesem Jahr wird aber Zolder. Der belgische Traditionskurs liegt ja fast vor der Haustür und gehört 2010 selbstverständlich zu meiner Live-Dabei-Tour!

 

Eurosport wird uns in diesem Jahr wieder mit einer Live-Coverage versorgen.

Für den Saisonauftakt in Curitiba plant der Sportsender die Live-Übertragung vom Qualifying und vom Warm Up. Beide Rennen am Sonntag werden allerdings nur zeitversetzt übertragen. Hier die Sendezeiten:

Samstag, 6. März

  • 20:00 Uhr - WTCC Qualifying, Curitiba, Eurosport LIVE

Sonntag, 7. März

  • 14:15 Uhr - WTCC Warm Up, Curitiba, Eurosport LIVE
  • 19:45 Uhr - WTCC Rennen 1, Curitiba, Eurosport Aufz.
  • 20:30 Uhr - WTCC Rennen 2, Curitiba, Eurosport Aufz.

Ich bin mir sicher, die WTCC 2010 wird erneut viel Spannung, Dramatik und Spektakel bieten. Bleibt nur zu wünschen, das die reglementbedingten Streitigkeiten um die Seat endlich der Vergangenheit angehören und die Meisterschaft in packenden Rennen auf der Strecke ausgetragen wird.

 

In diesem Sinne, einen schönen Tag noch!

NASCAR: Vegas Race Rewind

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Sturmtief Xynthia und das olympische Eishockeyfinale mit Gold für Kanada. Aus motorsportlicher Sicht verlief mein Sonntag sehr ruhig. Vom NASCAR Rennen in Las Vegas habe ich gar nichts mitbekommen. Aber es gibt ja den rund 10 minütigen Race Rewind…

 

Jimmie Johnson war in Vegas wieder in hervorragender Frühform und besiegte einen stark fahrenden Jeff Gordon, der im Finish auch noch Kevin Harvick passieren lassen musste. Richtig fies erwischte es Juan Pablo Montoya.. Der Kolumbianer wurde in der 93. Runde vom Teamkollegen Jamie McMurray touchiert und flog in die Mauer. Kein Wunder, dass Montoyoa nach diesem Zwischenfall einen ganz dicken Hals hatte: Das hat unseren Tag komplett runiniert. Und im Kampf um den Chase hat uns das auch nicht gerade geholfen. Wahrlich, Teammate Crashes sind aber auch wirklich ganz dumme Dinger! Montoya lief zwar nach einer Reparaturpause noch einmal auf die Bahn. Im Gesamtklassement reichte es aber nur zum 37. Platz.

In Barcelona endete gestern der Formel 1 Testbetrieb. Lewis Hamilton sicherte sich die Tagesbestzeit (1:20.472) und war mit 134 Runden auch der Fleissigste. Wer sich noch einmal einen Überblick verschaffen möchte, hier sind alle Wintertestzeiten verlinkt. Die Aussagekraft der Zeiten ist sicher mit Vorsicht zu geniessen. Die wahren Leistungswerte werden erst in 10 Tagen aufgedeckt. Trotzdem, positiv überrascht hat mich das Lotus-Team. Die Truppe um Di Grassi und Kovalainen waren auch in Barcelona deutlich besser aufgestellt als die Newcomer von Virgin. Zumindest aber waren mit Lotus und Virgin zwei Newcomer bei den Wintertests dabei. Der Trubel um Campos, StefanGP und USF1 bleibt uns also noch erhalten.

Noch ein kurzer Blick auf die Woche. Am 4. März beginnt in Genf der 80. Internationale Automobil Salon und in Curitiba startet am kommenden Wochenende die WTCC in ihre neue Saison. EUROSPORT 1 überträgt Qualifikation und beide Rennen aus Curitiba LIVE. Am Mittwoch gibts dann mehr von der WTCC, die auch in diesem Jahr Spannung und Dramatik verspricht.

Bis dahin, startet gut in die Woche!


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