Nürburgring: Vollbremsung am Ring

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Die rheinland-pfälzische Landesregierung kündigte gestern den Pachtvertrag mit den Pächtern des “Erlebnisparkes” Nürburgring. Die nahezu landeseigene Nürburgring GmbH stellte daraufhin die außerordentliche und sofortige Kündigung zu. Allerdings leitete die gekündigte Nürburgring Automotive GmbH umgehend juristische Schritte ein.

Die Lage am Ring ist verzwickt und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. Dabei, so scheint es, dreht sich wieder einmal alles ums Geld. Um viel Geld. Schließlich verweist die Nürburgring Automotive GmbH auf gültige Verträge bis ins Jahr 2040. Die heftig umstrittenen Herren des Rings, Jörg Lindner und Kai Richter, sehen (noch) keinen Grund, die Eifelhöhen zu verlassen. Warum auch, hat doch die rheinland-pfälzische Landesregierung zum Audruck gebracht, sich “gütlich” einigen zu wollen. Die NAG-Bosse werden sich teuer verkaufen, das dürfte klar sein. Das Pokerspiel um die Millionenabfindung hat also gerade erst begonnen. Ob das Bluffen zwischen naiver Politik und knallhartem Management am Ende wirklich gut ausgeht? Ich hoffe, das sich die Mainzer Politiker nicht noch einmal über den Tisch ziehen lassen. Sicher bin ich mir allerdings nicht, denn das Wort “Neuausschreibung” macht bereits die Runde. Sollte es also zu einer außergerichtlichen Einigung kommen, könnte zwar die Nürburgring GmbH, die zu 90 % in Landesbesitz ist, die Geschäfte kommissarisch weiterführen. Doch scheint der Riege um Ministerpräsident Kurt Beck auch nach dem Fiasko mit der Nürburgring Automotive GmbH Geschmack an einer erneuten Privatisierung des Ringes zu verspüren.

Alles wesentliche rund um die Kündigung der NAG findet ihr bei der Rhein-Zeitung Koblenz und bei Mikes Blog, die mit viel Herzblut alle Entscheidungen und Fakten rund um den Ring zusammengetragen haben.

Ob wir in naher Zukunft wirklich eine echte Ringrettung erleben? Ich wünsche es mir sehr, aber sicher bin ich mir nicht! Zwei Zitate geben jedoch Hoffnung. Der Chefredakteur der Rhein-Zeitung, Christian Lindner, schrieb gestern in seinem Kommentar: “Das Haus “Nürburgring” gehört schließlich nicht den Anwälten und dem Kommerz sondern Motorsportlern und der Eifel.” Und Mike Frison brachte es in seinem Blog auf den Punkt: “Investoren brauchen wir wirklich nicht mehr. Gebt uns den Ring zurück.” Beiden Zitaten schließe ich mich vorbehaltlos an!

F1: Red Bull RB8 – Colani läßt grüßen

Guten Morgen aus Düsseldorf!

Gestern hat auch Red Bull sein lang gehütetes Geheimnis gelüftet. Sebastian Vettel hat eine Neue! Intern heißt der Renner noch RB8, der Tradition des Teams folgend wird Vettels Gefährt in nächster Zeit ganz sicher wieder einen sexy Mädchennamen erhalten. Allerdings, Vettels Lady wirkt eher bieder und kommt, der aktuellen Mode gehorchend, mit Höcker daher. So richtig attraktiv ist Vettels Neue also nicht. Als passender Name käme mir da sofort “Ugly Uschi” in den Sinn. Aber, Scherz beiseite!

Beim Red Bull RB8 hat der Nasenhöcker sogar einen praktischen Nutzen. Chefdesigner Adrian Newey hat der Stufe eine Funktion zugedacht. Die frontseitigen Lufteinlässe des Renners sind in die Nasenhöcker verlegt worden. Das wird ganz sicher für Gesprächsstoff sorgen. Red Bull beweist mit den Luftschlitzen Mut zur Lücke, so neu ist diese Idee allerdings auch nicht.

Bereits 1972 experimentierte der begnadete Designer Luigi Colani an einer vergleichbaren Lösung. Das Ergebnis seiner Arbeit war der Eifelland F1 Typ 21, der von Rolf Stommelen gefahren wurde. Der Rolf mühte sich redlich mit dem gewöhnungsbedürftigen Formel 1 und kam bei acht Starts immerhin sechsmal ins Ziel. Doch noch vor Ende der Saison 1972 hatte das Eifelland F1 Experiment ein Ende. Rolf Stommelen erhielt das Auto und zwei Motoren als Ausgleich für seine Lohnforderungen und verkaufte den Wagen nach England. Dort tauchte das Fahrzeug im Jahr 1976 bei einem Schrotthändler wieder auf. Erwin Derichs, Stommelens ehemaliger Rennmechaniker, kaufte die Teile auf und begann im Jahr 2002 mit der Restaurierung des exotischen Fahrzeuges. Beim Oldtimer Grand Prix des Jahres 2010 rollte der neu aufgebaute Bolide wieder auf dem Nürburgring. Leider nur für eine Runde, denn auch nach der Restaurierung litt der Eifelland F1 Typ 21 an den thermischen Problemen, die ihn bereits 1972 als Flop kennzeichneten.

Dies dürfte beim RB8 wohl ausgeschlossen sein. Sebastian Vettel und Teamchef Christian Horner stapeln dementsprechend hoch: “Wir wollen beide Titel in der gleichen Art und Weise gewinnen, wie wir sie 2011 gewonnen haben.” Man darf gespannt sein, denn der “Red Bull Faktor” fällt in diesem Jahr merklich geringer aus. Schließlich haben die technischen Kommissare dem von Red Bull perfektionierten System des von Auspuffgasen angeblasenen Diffusors ein Schnippchen geschlagen. Doch Red Bull hat sich Gedanken gemacht: “Es gibt natürlich schon Dinge, an denen wir getüftelt und gefeilt haben”, meinte Vettel vielsagend. Um welche Details es sich dabei handelt, bleibt wie so oft ein großes Geheimnis.

Der neue RB8 erlebt heute im spanischen Jerez seine Jungfernfahrt. Am Steuer wird Mark Webber sitzen. Sebastian Vettel greift erst am Donnerstag ins Lenkrad. Einen aktuellen Live-Ticker vom ersten Test des Jahres gibt es hier.

 

WRC: MINI geht neue Wege

Ein dürres Pressestatement kündigte es gestern an. BMW und Prodrive gehen neuen Wege. Gleichzeitig entzieht MINI dem Team Prodrive die Werksautos. Der Werkseinsatz der MINI’s wird künftig durch das WRC MINI Team Portugal bestritten. Dani Sordo soll wohl bei MINI bleiben, verliert allerdings den Status eines Werksfahrers. Nachwievor ist die Situation bei MINI und Prodrive nebulös. Trotzdem, eine gute Nachricht! Denn BMW und Tochter MINI bleiben der WM erhalten. BMW meldete, das :”… der MINI John Cooper Works WRC bis einschließlich 2018 in der Königsklasse des Rallyesports und weiteren Serien nach FIA-Reglement eingesetzt werden kann.”

So spektakulär die WRC auch ist, momentan läuft einiges schief in der Rallye-Weltmeisterschaft. Wir stehen kurz vor dem Start der Rallye Schweden und bisher ist noch nicht klar, ob bewegte Bilder im TV zu sehen sein werden. Eurosport und die FIA konnten sich nicht einigen, nun sollen die lokalen Veranstalter die Verantwortung für die TV-Bilder übernehmen. Die Schweden wollen es dem Automobile Club De Monaco nachmachen, der die Senderechte an der Rallye Monte Carlo weltweit an TV-Sender verkaufte. Der schwedische Rallye-Direktor Glenn Olsson ist optimistisch. Aber sputen muß er sich, schließlich startet die Rallye Schweden bereits am Donnerstagabend mit der ersten Prüfung.